Bewegung als Medizin: Einfluss auf Symptomatik, Lebensqualität und Krankheitsverlauf bei Menschen mit der Parkinson-Krankheit
Bewegung als Medizin: Einfluss auf Symptomatik, Lebensqualität und Krankheitsverlauf bei Menschen mit der Parkinson-Krankheit
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Bonn, DE · Author affiliation
Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Parkinson, Schlaf- und Bewegungsstörungen, Bonn, DeutschlandLocation evidence
Köln, DE · Author affiliation
Medizinische Psychologie | Neuropsychologie und Gender Studies & Centrum für Neuropsychologische Diagnostik und Intervention (CeNDI), Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Universität zu Köln, Köln, DeutschlandLocation evidence
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Original abstract
Zusammenfassung Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch ihre motorischen Symptome definiert ist, aber auch eine Vielzahl an nicht motorischen Symptomen aufweist. Bereits vor Diagnosestellung – also in der klinisch-prodromalen Phase – bestehen neuropathologische Veränderungen, und zum Zeitpunkt der Diagnose ist bereits ein Großteil der dopaminergen Neurone degeneriert. Dies unterstreicht die Bedeutung früher Interventionen in der klinisch-prodromalen Phase. Körperliche Aktivität gilt als der Lebensstilansatz von höchster Relevanz bei der Parkinson-Krankheit. Sie verbessert motorische Symptome wie funktionelle Mobilität, Balance und Gehgeschwindigkeit und zeigt auch positive Effekte auf nicht motorische Symptome wie Depression, Schlafstörungen und kognitiven Abbau. Bei der Kognition profitieren besonders exekutive Funktionen, Aufmerksamkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit. Unterschiedliche Trainingsformen wie aerobes Training, Tanz, Tai-Chi oder Krafttraining zeigen in unterschiedlichen Domänen Effekte, wobei die Regelmäßigkeit körperlicher Aktivität insgesamt wichtiger erscheint als die konkrete Trainingsform. Beobachtungsstudien deuten zudem auf ein reduziertes Parkinsonrisiko bei körperlich aktiven Personen hin, ein kausaler Zusammenhang ist jedoch bislang nicht gesichert. Analysen zur Einhaltung von Bewegungsinterventionen zeigen, dass insbesondere individuelle Präferenzen und Machbarkeit entscheidend für die langfristige Umsetzung sind. Insgesamt stellt eine Steigerung der körperlichen Aktivität eine sichere und breit wirksame Intervention bei Parkinson dar, die in allen Krankheitsstadien positive Effekte zeigt, deren konkrete Wirkmechanismen aber noch weiter untersucht werden sollten.