Eine dermatomgegliederte neuroptahologische Hautanalyse bei der Parkinson Krankheit
Eine dermatomgegliederte neuroptahologische Hautanalyse bei der Parkinson Krankheit
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Original abstract
Die Parkinson-typischen pathologischen Veränderungen, in Form von α-Synuclein-Ablagerungen, kommen nicht nur im zentralen, sondern auch im peripheren Nervensystem vor. Bislang gibt es keine zuverlässigen klinischen Biomarker, die eine sichere prämortale Diagnose des Morbus Parkinson erlauben. Auf der Suche nach Biomarkern haben zahlreiche Studien übereinstimmend berichtet, dass α-Synuclein-Ablagerungen u.a. in Hautbiopsien von Patienten mit Morbus Parkinson nachgewiesen werden können, insbesondere in den sympathischen Nervenfasern der Haut. Es herrscht allgemeine Übereinkunft in der Literatur, dass solche α-Synuclein-Ablagerungen schon in klinisch schwer fassbaren Frühstadien des Morbus Parkinson auftreten können und als ergänzender diagnostischer Biomarker der Krankheit dienen können, insbesondere in der Früherkennung. Bislang gibt es jedoch keine Studien, die die Verteilung und das Ausmaß der α-Synuclein-Ablagerungen der Haut umfassend und systematisch untersucht haben. Ziel dieser Studie war es daher die α-Synuclein-Ablagerungen des gesamten Hautmantels dermatomspezifisch zu erfassen und einen möglichen Zusammenhang zwischen der Hautpathologie und des Befalls des ZNS zu eruieren. Die Kartierung des neuropathologischen Schadensmusters soll dazu dienen, bestimmte Hautareale als Prädilektionsstellen für das Auftreten der α-Syn-Pathologie zu identifizieren. Außerdem soll diese Forschungsarbeit Aufschluss über mögliche Zusammenhänge bzw. Ausbreitungsrichtungen der Pathologie zwischen PNS und ZNS aufzeigen. Die Untersuchung erfolgte an Geweben von insgesamt fünf Körperspendern, davon vier männlichen Geschlechts, im Anatomischen Institut der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Vier von fünf Körperspender erhielten zu Lebzeiten die klinische Diagnose des Morbus Parkinson, eine Körperspenderin litt an einer Lewy-Körperchen Demenz. Insgesamt wurden 341 Hautproben dermatomorientiert entnommen, was pro Fall 61 bis 81 Hautproben entspricht. Außerdem wurde von 4 Fällen das Gehirn entnommen und das Rückenmark von insgesamt 3 der 5 Fälle. Die α-Synuclein-Pathologie wurde bei allen Gewebeproben mittels Immunhistochemie dargestellt und schlussendlich von drei unterschiedlichen Personen unabhängig voneinander untersucht. Bei den Gehirnen erfolgte ein Staging der Parkinson-assoziierten Pathologie nach Braak. Zudem wurde die Pathologie in allen 31 Segmenten des Rückenmarks untersucht. In den 341 Hautproben konnte die dermatomspezifische und α-Syn-assoziierte Hautpathologie bestimmt werden. Bei 196 von insgesamt 341 Hautproben (57,8%) konnten pathologische α-Syn Ablagerungen nachgewiesen werden. Die α-Syn-Pathologie wurde größtenteils in Hautpräparaten der Fälle PD-04-15 (88,5% der Hautpräparate), PD-55-15 (71,7%), PD-48-15 (55,7%) und PD-45-14 (45,7%) gefunden. Die niedrigste α-Syn-Pathologie wurde im Fall PD-35-15 (23% der Hautpräparate) gefunden. Dabei wurde die α-Syn-Pathologie vorwiegend in den Nervenfasern der Blutgefäße und der Schweißdrüsen nachgewiesen. Somit scheint die Pathologie sich vorzugsweise in sympathischen Nervenfasern zu befinden. Desweiteren konnten wir signifikant mehr Pathologie im Torso als in den Extremitäten darstellen. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten weiterhin einen positiven Zusammenhang zwischen den pathologischen Braak-Stadien der Gehirne und der Hautpathologie. Demgegenüber gab es keine Korrelation zwischen der Haut und der Rückenmarkssegmente, da ausnahmslos alle Segmente α-Syn-Pathologie aufwiesen. Wir konnten erstmals eine umfassende und systematische Untersuchung mit Hilfe der Dermatome der Haut in einer Post-mortem Analyse durchführen und in allen Fällen positive Hautproben nachweisen sowie eine positive Korrelation zu der Stadiengliederung nach Braak darstellen. Die durchgeführte Hautkartierung kann also eine richtungsweisende Methodik in der Standardisierung der Parkinson-Forschung werden, um die Haut als potentiellen Biomarker für die Frühdiagnostik weiter zu etablieren.