Erhebung der Latenz von subjektiv wahrgenommenen motorischen und nicht-motorischen Symptomen von PatientenInnen mit idiopathischem Parkinson-Syndrom bis zum Erstbesuch einer Ambulanz für Bewegungsstörungen
Erhebung der Latenz von subjektiv wahrgenommenen motorischen und nicht-motorischen Symptomen von PatientenInnen mit idiopathischem Parkinson-Syndrom bis zum Erstbesuch einer Ambulanz für Bewegungsstörungen
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Original abstract
Fragestellung: Nicht-motorische Symptome konnen der motorischen Phase des idiopathischen Parkinson-Syndroms (IPS) lange Zeit vorausgehen. Besonders im Hinblick auf die zukunftige Verfugbarkeit von moglicherweise neuromodulatorischen Substanzen wird das Erkennen von Fruhsymptomen immer relevanter. Wir stellten uns daher retrospektiv die Frage, welche Symptome von den PatientenInnen selbst zuerst bemerkt wurden und definierten in weiterer Folge die Latenz vom Auftreten des ersten Symptoms bis zum Erstbesuch einer Spezialambulanz fur Bewegungsstorungen. Methoden: Es wurde eine retrospektive Analyse von 126 PatientenInnen mit IPS durchgefuhrt welche zwischen 1999 und 2008 zum ersten Mal die Ambulanz fur Bewegungsstorungen an der Universitatsklinik fur Neurologie besuchten. Das Vorliegen eines IPS wurde gemas den United Kingdom Parkinson's Disease Society Brain Bank Kriterien definiert. Untersucht wurde die Haufigkeit von berichteten Fruhsymptomen, die Latenz zwischen Auftreten des ersten Symptoms bis zum Erstbesuch einer Spezialambulanz und das Stadium der Erkrankung, gemessen mittels Unified Parkinson's Disease Rating Scale (UPDRS), der modifizierten Hoehn und Yahr Skala und der Schwab und England Skala. Ergebnisse: Die Latenz bis zum Erstbesuch in unserer Ambulanz betrug 5,1±5,0 Jahre, das Alter der PatientenInnen bei Wahrnehmung erster Symptome war 62,9±10,2 Jahre. Die PatientenInnen wiesen bei Erstbesuch einen durchschnittlichen Gesamt-UPDRS Wert von 44,3±22,1 auf (UPDRS I 2,1±2,1, UPDRS II 11,3±7,0, UPDRS III 30,4±15,2, UPDRS IV 0,6±1,2), ein Hoehn und Yahr Stadium von 2,4±0,8 und 78,1%±19,3% in der Schwab und England Skala. Die haufigsten Erstsymptome waren Tremor der oberen Extremitat (63,5%), Schulterschmerzen (6,3%) und Depression (4,8%). Schlussfolgerungen: Vergleichbar mit der Studie von O'Sullivan et al. (Movement Disorders, 2008) fanden auch wir Schmerzen als das haufigste nicht-motorische Fruhsymptom und stellten eine ahnliche Haufigkeit von Depression fest. PatientenIinnen mit IPS befanden sich grostenteils bereits in einem intermediaren Stadium und nicht mehr in der Fruhphase der Erkrankung wenn sie zum ersten Mal eine Spezialambulanz fur Bewegungsstorungen aufsuchten, dies obwohl bereits motorische Fruhsymptome durch die PatientenInnen selbst wahrgenommen wurden. Gerade diese Zeitspanne wurde fur den Einsatz von potentiell neuromodulatorischen Substanzen hochste Relevanz haben.