Fallstudie 1 – Stürze und ihre Prävention
Fallstudie 1 – Stürze und ihre Prävention
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Original abstract
Sturze sind eines der haufigsten Probleme in Krankenhausern, welche durch intrinsische und extrinsische Faktoren verursacht werden. Die fremde Umgebung, Einwirkung neuer Medikamente, sowie verschiedene Krankheitsbilder gelten als Risikofaktoren. Eine erhohte Sturzgefahr besteht beispielsweise bei Menschen mit Parkinson, Demenz oder Osteoporose. Sturze konnen ernste korperliche und psychische Komplikationen zur Folge haben wie zum Beispiel Frakturen und Angststorungen, welche die Mobilitat der Betroffenen stark einschranken. Neben den medizinischen Aspekten muss auch berucksichtigt werden, dass Sturze das Gesundheitssystem wirtschaftlich belasten. Die langwierigen Behandlungsprozesse, welche aus medizinischen und rehabilitativen Interventionen bestehen, verursachen fur alle Beteiligten hohe Kosten. Diese konnen durch fundierte Praventionsmasnahmen vermieden werden. Fur eine effektive Sturzpravention bedarf es der Identifizierung der Risikofaktoren und einer umfassenden Analyse der Sturzursachen, um gezielte Gegenmasnahmen einzuleiten. Bei den Masnahmen wird unterschieden zwischen medizinischen Interventionen, Bewegungsprogrammen, dem Einsatz von Hilfsmitteln oder der Modifikation des Umfeldes. Hierbei werden die Medikamente in Absprache mit dem arztlichen Fachpersonal angepasst, die Funktionalitat umfeldbezogener Faktoren wie Lichtverhaltnisse und Sitzmobel werden optimiert, das Schuhwerk wird angepasst oder es kommen Hilfsmittel wie Sturzhelme und Rollatoren zum Einsatz. In einigen Fallen werden zur Sturzpravention freiheitsentziehende Masnahmen, wie Bettgitter oder Gurte eingesetzt. Diese Masnahmen bedurfen jedoch der Zustimmung der betroffenen Person, wenn diese nicht vorliegt, muss ein richterlicher Beschluss nachgewiesen werden. Es besteht weiterer Forschungsbedarf vor allem bei der Entwicklung von Beurteilungskriterien bzw. diagnostischen Instrumenten, die das Identifizieren von Risikofaktoren ermoglichen und somit zur Innovation geeigneter Masnahmen beitragen.