Schmerzklassifizierung und -charakterisierung bei M. Parkinson
Schmerzklassifizierung und -charakterisierung bei M. Parkinson
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Original abstract
Schmerzen gehören zu den häufigsten und beeinträchtigendsten NMS des M. Parkinson. Die Datenlage zur Charakterisierung, Diagnostik sowie Therapie von Parkinson-assoziierten Schmerzen ist dabei spärlich und teilweise widersprüchlich. Ziel unserer Studie war es, Schmerzen bei Patienten mit M. Parkinson zunächst nach ihrem zugrundeliegenden Schmerztyp anhand für Patienten mit M. Parkinson validierter diagnostischer Kriterien zu klassifizieren und anschließend ausführlich zu charakterisieren. In dieser prospektiven Querschnittsstudie wurde eine Kohorte von n=168 Patienten mit M. Parkinson monozentrisch rekrutiert. Daten von 150 Patienten, die Fragebögen bezüglich der Parkinson-Erkrankung, Schmerzen sowie Depression ausfüllten, wurden analysiert. Schmerzen traten bei Patienten mit M. Parkinson häufig (117/150, 78%) auf, wovon wiederum die meisten Patienten (90/117, 77%) mit Parkinson-assoziierte Schmerzen klassifiziert werden konnten. In der Patientenkohorte waren Parkinson-assoziierte Schmerzen am häufigsten als nozizeptiv (67/90, 74%) einzuorden. Diese waren überwiegend in den unteren Extremitäten lokalisiert, wovon die Füße (51/90, 57%) am häufigsten betroffen waren. Parkinson-assoziierte Schmerzen manifestierten sich zudem überwiegend als Schmerzattacken (64/90, 71%), traten in einer mittleren bis starken Schmerzintensität (mediane Schmerzintensität von ≥5 NRS-Punkten) überwiegend in der Nacht (56/90, 62%) auf und wurden als „Krämpfe“ (32/90, 36%) oder als „Stechen“ (31/90, 34%) empfunden. Die Mehrheit der Patienten mit Parkinson-assoziierten Schmerzen, die eine Schmerzbeeinflussung durch externe Faktoren angaben, erfuhren durch körperliche Betätigung (26/53, 49%) einen schmerzlindernden Effekt. Medikamentös wurden weniger als die Hälfte der Patienten mit Analgetika behandelt (38/90, 42%). Hierbei waren die am häufigsten eingesetzten Analgetika NSAR (31/38, 82%), Opioide dagegen waren die wirksamsten Schmerzmittel (mediane Schmerzreduktion von 70%). In der hier vorliegenden Studie konnte gezeigt werden, dass sich Parkinson-assoziierte Schmerzen am häufigsten als nozizeptive, nächtliche Fußschmerzen manifestierten. Aufgrund der Häufigkeit und Schwere dieser Schmerzen empfiehlt es sich mithilfe einer detaillierten Schmerzanamnese sowie für Patienten mit M. Parkinson validierter Fragebögen, insbesondere des PD-PCS und KPDPS, nach diesen zu fahnden. Weitere Studien, die einen für den jeweils zugrundeliegenden Schmerztyp geeigneten Therapiealgorithmus empfehlen, sollten auf Basis der unter anderem hier vorliegenden Daten folgen. Pain in Parkinson´s disease is one of the most common and debilitating non motor symptoms. Despite its clinical relevance data on the characterization, classification, diagnosis and management of pain remain scarce and contradictory. The aim of this study was to first classify Parkinson´s disease related pain by applying validated criteria and then to comprehensively characterize Parkinson´s disease related pain. In this prospective cross-sectional study n=168 patients were recruited, data from 150 patients were analyzed. Pain was frequent (117/150, 78%) and often classified as pain related to Parkinson´s disease (90/117, 77%). Parkinson´s disease related pain was primarily nociceptive (67/90, 74%) and predominantly localized in the lower extremities, particularly in the feet (51/90, 57%). Pain presented as episodic pain (64/90, 71%), was mostly reported to have a moderate to severe intensity (median pain intensity ≥5 NRS points) and occured during the night time (56/90, 62%). The most commonly reported pain qualities were cramping (32/90, 36%) and stabbing sensations (31/90, 34%). Parkinson´s disease related pain was alleviated by physical activity (26/53, 49%). Despite the high burden of pain, less than half of the patients with Parkinson´s disease related pain recieved analgesic treatment (38/90, 42%). The most frequently prescribed analgesics were nonsteroidal anti-inflammatory drugs (31/38, 82%), whereas opioids were reported the most effective (median pain intensity reduction of 70%). These findings highlight that Parkinson´s disease related pain is frequent, nociceptive and primarily manifests as nocturnal podalgia. Given its high prevalence and severity pain should be assessed using a comprehensive pain history and validated pain questionaires (e.g. PD-PCS and KPDPS). Further research recommending analgesic management strategies tailored for the specific, underlying pain type is warranted.