Effektivität von Sport bei M. Parkinson
Effektivität von Sport bei M. Parkinson
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Original abstract
Es gibt zunehmend Hinweise, dass der durch kognitiven Abbau und pharmakorefraktare motorische Defizite bestimmte Langzeitverlauf der Parkinson-Erkrankung durch intensives korperliches Training verbessert werden kann. In Tiermodellen der Parkinson-Erkrankung hat korperliche Aktivitat moglicherweise durch Freisetzung neurotropher Faktoren mediierte neuroprotektive und neuroplastische Effekte, die sich positiv auf die Motorik auswirken. Zahlreiche klinische Studien sprechen dafur, dass die Behinderung durch pharmakorefraktare Bewegungseinschrankungen bei der Parkinson-Erkrankung durch aktivierende Therapie reduziert werden kann. Durch kurz- und mittelfristige Trainingsinterventionen (1–6 Monate) konnten positive Effekte auf Gang, Haltung, Gleichgewicht, Muskelkraft und in einigen Studien auch auf Parkinson-spezifische Defizite und die Lebensqualitat erreicht werden. Auch Verbesserungen der kognitiven Leistungsfahigkeit durch korperliche Aktivitat wurden sowohl im Tiermodell als auch in klinischen Studien nachgewiesen. Eingesetzt wurden Physiotherapie, Wandern, Nordic Walking und Krafttraining. Korperliche Aktivitat im mittleren Lebensalter scheint das zukunftige Risiko an M. Parkinson zu erkranken zu mindern. Die neuronalen Mechanismen der aktivierenden Therapie bei IPS und die Auswirkungen auf Progression und Prognose der Erkrankung konnen vorerst nur spekulativ beurteilt werden. Trotzdem sollten aktivierende Therapien einschlieslich der Sporttherapie aufgrund der positiven Ergebnisse von klinischer und Grundlagenforschung schon jetzt einen hoheren Stellenwert in der alltaglichen Patientenversorgung bekommen. Die immer deutlicher werdenden neuroplastischen und neuroprotektiven Auswirkungen korperlichen Trainings sprechen dafur, aktivierende Therapien bei der Parkinson-Erkrankung fruh im Krankheitsverlauf und nicht erst beim Auftreten funktionell relevanter Behinderungen einzusetzen.