Die Auswirkungen von Krafttraining auf die posturale Kontrolle bei Parkinsonpatient:innen
Die Auswirkungen von Krafttraining auf die posturale Kontrolle bei Parkinsonpatient:innen
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Original abstract
Hintergrund: Morbus Parkinson ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung des Gehirns im mittleren und hohen Alter. Dabei kommt es durch eine progrediente Degeneration der dopaminergen Neuronen zur Entstehung motorischer und nicht-motorischer Symptome, die wiederum zu Einschränkungen auf Aktivitäts- und Partizipationsebene führen. Zu den Kardinalsymptomen zählen Akinese, Rigor, Tremor und posturale Instabilität. Die posturale Instabilität erhöht das Risiko für Stürze und Sturzangst, was die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann. Neben der primären medikamentösen Therapie spielen konventionelle Therapien eine wesentliche Rolle, da die posturale Kontrolle durch Medikamente nicht beeinflusst werden kann. In den letzten Jahren wurde insbesondere das Krafttraining zur Verbesserung der posturalen Kontrolle untersucht. Fragestellung: Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, anhand der Literaturrecherche die Auswirkungen von Krafttraining als potenzielle Therapieintervention in der Physiotherapie zur Verbesserung der posturalen Kontrolle bei Patient:innen mit Morbus Parkinson zu ermitteln. Ergebnisse: Die Ergebnisse der analysierten Studien deuten darauf hin, dass sowohl alleiniges Krafttraining als auch die Kombination aus Kraft- und Gleichgewichtstraining zu einer Verbesserung der posturalen Kontrolle bei Parkinsonpatient:innen führen können. Die posturale Stabilität wurde in den Studien mit verschiedenen Kraftübungen und Trainingsparametern trainiert und mittels unterschiedlicher Assessments gemessen. Trotz der Unterschiede in den Testparametern und den variierenden Interventionen zeigten 6 der 7 Studien Verbesserungen in Bezug auf die posturalen Kontrolle, wobei einige davon statistisch signifikant waren. Eine Studie erzielte keine signifikanten Veränderungen in der Krafttrainingsgruppe, während im Vergleich die Gleichgewichtstrainingsgruppe signifikante Verbesserungen aufwies. In 4 Studien wurde ausschließlich das Krafttraining untersucht, indessen 2 Studien Kraft- und Gleichgewichtstraining gegenüberstellten. Es wurde festgestellt, dass Gleichgewichtstraining ebenso signifikante Verbesserungen hinsichtlich der posturalen Kontrolle bewirken kann. Eine Forschungsarbeit untersuchte die Kombination beider Trainingsformen und zeigte statistisch signifikante Verbesserungen im Bereich des Gleichgewichts. Conclusio: Aufgrund der durchgeführten Literaturrecherche kann davon ausgegangen werden, dass ein individuell abgestimmtes Krafttraining eine gute Möglichkeit für Patient:innen mit Morbus Parkinson darstellt, die posturale Kontrolle zu verbessern. Die aktuelle Studienlage konnte jedoch noch keine eindeutigen Schlussfolgerungen über spezifische Trainingsparameter und Übungen ziehen, die einen evidenzbasierten Praxisbezug in Hinblick auf physiotherapeutische Interventionen ermöglichen würden. Hierfür sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich. Background: Parkinson's disease is the second most common neurodegenerative disorder in older individuals. The progressive degeneration of dopaminergic neurons causes motor and non-motor symptoms, leading to activity and participation limitations. The cardinal symptoms include akinesia, rigidity, tremor, and postural instability. Postural instability increases the risk of falls and fear of falling, which can significantly impact quality of life. In addition to primary medication therapy, conventional therapies play a crucial role, given that postural control remains unaffected by medication. In recent years, there has been a particular focus on strength training to enhance postural control. Objectives: This thesis aims to determine the effects of strength training as a potential therapeutic intervention in physiotherapy for enhancing postural control in patients with Parkinson's disease by analyzing existing literature. Results: The results of the analyzed studies suggest that both strength training alone and the combination of strength and balance training can improve postural control in Parkinson's patients. Different strength exercises and training parameters were utilized across the studies to train postural stability, with measurements conducted through various assessments. Despite differences in the test parameters and varying interventions, 6 out of 7 studies showed improvements in postural control, with some being statistically significant. In one study, there were no significant changes observed in the strength training group, while the balance training group showed notable improvements in comparison. Four studies exclusively examined strength training, while 2 studies compared strength and balance training. The findings indicate that balance training can also result in significant improvements regarding postural control. One research study examined the combination of both training forms and showed statistically significant improvements in balance. Conclusion: Based on the conducted literature review, it can be assumed that personalized strength training represents a good option for patients with Parkinson's disease to improve postural control. However, the current state of research has not yet provided clear conclusions regarding specific training parameters and exercises that would enable evidence-based practical applications in terms of physiotherapeutic interventions. For this purpose, further research is necessary.