Das verkörperte Selbst und der Andere
Das verkörperte Selbst und der Andere
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Original abstract
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit einer doppelten Dialektik im Verhaltnis von Selbstvorstellung und Leiberfahrung und nutzt sie fur ein besseres Verstandnis klinischer Phanomene. Die Philosophie und die Psychosomatik des 20. und 21. Jh.s denken das Verhaltnis von Leiblichkeit und Selbstbild nicht mehr dualistisch. Selbstvorstellungen sind nicht nur mental, sondern auch im Leib verankert. Das Selbst ist verkorpert; die mentalen Selbstbilder werden von Leiberfahrungen standig uberschritten. Umgekehrt werden Leiberfahrungen immerfort mentalisiert. Mentalisierung und leibliche Erfahrung sind dialektisch aufeinander bezogen. Das leibliche Selbst ist zugleich eingelassen in intersubjektive Erfahrungen. Leiberfahrungen bauen auf der Zwischenleiblichkeit auf, sowohl in der lebensgeschichtlichen Entwicklung wie auch in der Gegenwart der leiblichen Begegnung. Zwischenleibliche Bezogenheit ist spontan und kommt jeder Mentalisierung zuvor. Zwischenleibliche Erfahrung und die mentale Reprasentation im Selbst stehen ebenfalls in einem dialektischen Verhaltnis zueinander. Erfahrungen im Ubergangsbereich zwischen Leiblichkeit und Mentalisierung sowie zwischen Mentalisierung und Zwischenleiblichkeit konnen sich vereinseitigen. Hypochondrische Syndrome, Beziehungsideen im Rahmen psychotischen Erlebens und M. Parkinson werden als Folgen einer solchen Vereinseitigung untersucht.