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Neudefinition der Parkinson-Erkrankung

Neudefinition der Parkinson-Erkrankung

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Original abstract

2015 stellte eine Arbeitsgruppe der International Parkinson and Movement Disorders Society (MDS) neue klinische Diagnosekriterien fur die Parkinson-Erkrankung vor. Diese Ubersichtsarbeit fasst die Erkenntnisse der Pathophysiologie, unterschiedlicher klinischer Symptommanifestationen und des Krankheitsverlaufs zusammen, die Grundlage fur eine Neudefinition und Basis fur die neuen, zusammenfassend dargestellten Diagnosekriterien der Parkinson-Erkrankung sind. Wesentliche Erkenntnisse, die in die neuen Diagnosekriterien einfliesen, sind u. a. (i) das Erkennen der Relevanz von nicht-motorischen Symptomen, die die Lebensqualitat des Patienten entscheidend beeinflussen konnen und eine zunehmende Relevanz im Rahmen der Fruh- und Differenzialdiagnostik des Parkinson-Syndroms einnehmen. (ii) Die Einordnung einer Demenz im Rahmen der Parkinson-Erkrankung. Wahrend in den vergangenen Jahren eine klare Trennung zwischen Parkinson-Erkrankung und Lewy-Korperchen-Demenz stattfand, wird nun ein Kontinuum postuliert, das unter dem Oberbegriff der Lewy-Korperchen-Erkrankungen die Parkinson-Erkrankung ohne, mit spater und mit fruher (bereits im ersten Jahr des Auftretens motorischer Symptome) Demenz beinhaltet. (iii) Das Verstandnis eines sehr langsam sich uber verschiedene Teile des Nervensystems ausbreitenden Prozesses der Neurodegeneration. Dies fuhrte zur Definition verschiedener Phasen der Parkinson-Erkrankung, der praklinischen, prodromalen und klinischen Phase. Insbesondere die Charakterisierung der prodromalen Phase, durch Verwendung klinischer Parameter und Etablierung von noch weiter zu entwickelnden Biomarkern, eroffnet die Moglichkeit der Fruhdiagnose und langfristig fruhen Therapie des Parkinson-Syndroms. (iv) Die Erkenntnis, dass die klinische Phase durch unterschiedliche Verlaufsformen gekennzeichnet ist. Fur genetische Varianten (z. B. LRRK2 oder GBA) wird eine separate klinisch-genetische Einteilung empfohlen, wahrend fur die Subtypen-Klassifizierung des idiopathischen Parkinson-Syndroms prognostische und/oder therapeutische Konsequenz bei der Einteilung von Subtypen gefordert wird. Fur die Diagnosestellung der Parkinson-Erkrankung postuliert die MDS-Arbeitsgruppe, den bisherigen Goldstandard aus typischer klinischer Prasentation und post-mortem Nachweis einer α-Synucleinopathie beizubehalten. Fur die klinischen Diagnosekriterien wurde ein Konzept erarbeitet, welches den diagnostischen Prozess eines erfahrenen Klinikers nachzeichnen soll. Die Diagnosekriterien beinhalten daher neben den klassischen motorischen Kardinalsymptomen neue absolute Ausschlusskriterien, unterstutzende Kriterien und sogenannte „Red Flags“. Miteinbezogen werden konnen ferner spezifische Zusatzuntersuchungen (z. B. bildgebende Verfahren), daruber hinaus wird der zeitliche Verlauf von Symptomen und deren Auspragungsgrad mitberucksichtigt.

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