MRT-Volumetrierung des Hypothalamus bei Patienten mit Morbus Parkinson
MRT-Volumetrierung des Hypothalamus bei Patienten mit Morbus Parkinson
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Original abstract
Beim idiopathischen Parkinson-Syndrom (IPS) findet sich klinisch neben dem Motorsyndrom auch eine große Anzahl nicht-motorischer Störungen. Diese bestehen unter anderem aus Demenz, Depression und autonomen Dysfunktionen, kardiovaskulären und gastrointestinalen Störungen sowie Schlafstörungen. Viele dieser Symptome lassen sich mit dopaminerger Medikation nicht oder kaum kontrollieren und werden von Patientenseite oft nicht in Zusammenhang mit der IPS-Erkrankung gebracht, sind aber wichtige Determinanten der Lebensqualität von IPS-Patienten. Manche dieser Symptome gehen pathophysiologisch auf eine gestörte Funktion des Hypothalamus zurück. Für andere neurologische Erkrankungen wie der amyotrophen Lateralsklerose, deren Patienten ebenfalls an Symptomen hypothalamischer Dysfunktion leiden, konnte in MRT-Studien (MRT: Magnetresonanztomographie) eine Atrophie nachgewiesen werden. Daher sollte in der vorliegenden Studie die Frage nach der Degeneration des Hypothalamus bei IPS-Patienten evaluiert werden. In prospektivem Studien-Design wurden MRT des Kopfes von 27 Patienten mit IPS und 45 gesunden Kontrollpersonen akquiriert. Zudem wurden retrospektiv Daten und MRTs von 173 IPS-Patienten und 90 gesunden alters- und geschlechts-gematchten Kotrollpersonen analysiert. Die Volumetrierung erfolgte anhand von T1-gewichteten 1,5 T bzw. 3 T MRT-Bildern mit Hilfe der Software TIFT (Tensor Imaging and Fiber Tracking). Die anteriore und posteriore Grenze des Hypothalamus wurde definiert und auf allen Schichten dazwischen manuell Boden und Seitenwand des dritten Ventrikels markiert, unter Aussparung des optischen Trakts. Mit Hilfe der Software Freesurfer Analysis wurde das intrakranielle Volumen bestimmt, so dass die Hypothalamus-Volumina auf das intrakranielle Volumen normiert werden konnten. In beiden Studienkohorten konnte im MRT kein Volumenunterschied zwischen den Hypothalami gesunder Kontrollpersonen und IPS-Patienten gezeigt werden: weder in der Gesamtgröße noch bei der Unterteilung in einen anterioren und posterioren Teil unterschieden sich die Volumina. Es ließ sich ebenfalls keine Korrelation mit Markern fortgeschrittener Erkrankung zeigen. Die nicht-motorischen Symptome von IPS-Patienten, die mit einer Dysfunktion des Hypothalamus assoziiert zu sein scheinen, haben also keine quantitative Volumenabnahme als bildmorphologisches Korrelat. Die hypothalamische Dysfunktion bei IPS muss in zukünftigen Studien weiter charakterisiert werden: Unterschiede in der Mikrostruktur und Konnektivität des Hypothalamus erkrankter und gesunder Personen könnten beispielsweise in vivo mittels diffusionsgewichteter Bildgebung und ex vivo mittels weiterer histopathologischer Studien untersucht werden.