Quantitative und qualitative Fettverteilung bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom: Bestimmung der Körperfettkompartimente durch Magnetresonanztomographie
Quantitative und qualitative Fettverteilung bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom: Bestimmung der Körperfettkompartimente durch Magnetresonanztomographie
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Original abstract
In der vorliegenden Studie zur quantitativen und qualitativen Erfassung der Fettdistribution bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom (IPS) wurden an 53 Patienten und 74 Kontrollpersonen T1-gewichtete Magnetresonanztomographie-Aufnahmen (Knie bis Diaphragma) durchgeführt. Die 3D-Datensätze wurden mit dem hausinternen Softwareprogramm ATLAS (Automatic Tissue Labelling Analysis Software) verarbeitet und analysiert. Beide Gruppen erhielten eine Bioimpedanzanalyse zur Messung der Körperzusammensetzungen und es wurden Adipozytokinbestimmungen durchgeführt. Des Weiteren konnte bei insgesamt 25 Patienten nach ca. 12 Monaten eine longitudinale Magnetresonanztomographie durchgeführt werden. Patienten mit IPS zeigten in der Magnetresonanztomographie Analyse ein signifikant höheres viszerales Fettvolumen und einen höheren Quotienten von viszeralem/subkutanem Fettvolumen als die Kontrollgruppe. Die IPS-Gruppe wies zudem tendenziell weniger Gesamtfettvolumen auf als die Kontrollgruppe. IPS-Patienten zeigten ein signifikant geringeres subkutanes Fettvolumen als die gesunde Kontrollgruppe. Es zeigte sich kein signfikanter Zusammenhang zwischen funktionellem Status, Depression, Alter und Levodopa-Dosis in Bezug auf die Fettverteilung. Adiponektin korrelierte bei IPS-Patienten signifikant invers mit dem subkutanem und Gesamtfettvolumen. Ebenso zeigte sich tendenziell eine negative Korrelation in der Kontrollgruppe. Leptin korrelierte signifikant bei Parkinson-Patienten positiv mit dem subkutanen, viszeralen und totalem Fettvolumen, sowie mit gesamt und subkutanem Fettvolumen bei den Kontrollen. Im 12-monatigem Verlauf konnte eine weitere, signifikante Abnahme des subkutanen Fettvolumens bei IPS-Patienten, sowie eine damit verbundene tendenzielle Abnahme des Gesamtfettvolumens gezeigt werden. Außerdem ergab sich ein signifikanter, inverser Zusammenhang zwischen dem motorischen Unified Parkinson’s disease rating scale (UPDRS) Teil III und dem Gesamtfettvolumen und dem viszeralen Fettvolumen. Bei der geschlechtsgetrennten Betrachtung zeigte sich besonders eine starke Zunahme der viszeralen Fettverteilung bei weiblichen IPS-Patienten. Bei der getrennten Betrachtung von Patienten mit und ohne Gewichtsverlust zeigte sich, dass ein Gewichtsverlust vor allem. aus einer Abnahme des subkutanen Fettvolumen (Snorm) resultiert. Außerdem hatten Patienten mit Gewichtsverlust eine signifikant höhere tägliche totale Levodopa Äquivalenz Dosis (TLED) und waren in einem fortgeschritteneren Krankheitsstadium als Patienten ohne Gewichtsverlust. Die vorliegende Studie zeigt, dass sich die Topographie der Fettkompartimente bei Patienten mit Morbus Parkinson von Kontrollen unterscheidet und dass Alter, Krankheitsdauer, Levodopa-Medikation per se und mögliche Komorbiditäten wie Depression nicht Hauptfaktoren für die Änderungen der Fettdistribution ist. Zudem trägt diese Studie zum Verständnis der Parkinsonschen Erkrankung bei, hinsichtlich einer assoziierten metabolischen Komponente. Es kann angenommen werden, dass diese metabolischen Veränderungen primär auf den Pathomechanismus zurückzuführen sind.