Taste in Parkinsonism
Taste in Parkinsonism
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Original abstract
Hintergrund und Ziele Während Beeinträchtigungen des Geruchssinns beim Parkinsonsyndrom seit längerem bekannt und gut untersucht sind, wurde dem Geschmackssinn bislang nur wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht. Bisher liegen nur wenige zum Teil widersprüchliche Daten zur gustatorischen Leistung von Parkinsonpatienten vor. Ziel dieser Untersuchung ist daher einerseits eine genaue Quantifizierung eventuell vorhandener Geschmacksstörungen beim Parkinsonsyndrom, andererseits soll der Frage nachgegangen werden, ob sich solche Störungen bei verschiedenen Syndromformen in unterschiedlicher Weise darstellen. Methoden Zwischen September 2006 und März 2007 wurden insgesamt 49 Patienten, 16 Frauen und 33 Männer, mit einem Parkinsonsyndrom untersucht, davon 39 mit einem idiopathischen Parkinsonsyndrom und 10 mit nicht-idiopathischen Syndromformen. Eine Kontrollgruppe wurde im Verfahren der Paarbildung erstellt, wobei hinsichtlich des Geschlechts, des Alters sowie der Rauch- und Trinkgewohnheiten angeglichen wurde. In der Kontrollgruppe wurden nur neurologisch gesunde Personen untersucht. Die Geschmackstestung wurde mittels imprägnierter Geschmackstreifen durchgeführt, wobei nur die Qualitäten süß, sauer, salzig und bitter getestet wurden. Neben personenbezogenen Informationen wurden Daten zum Schweregrad der Erkrankung und zu eventuellen Einflussfaktoren (Medikamente, Noxen, Demenzschweregrad) erhoben. Ergebnisse und Beobachtungen Die Untersuchungsreihe bestätigte eine Einschränkung der Geschmackswahrnehmung bei Patienten mit einem Parkinsonsyndrom. Ein Zusammenhang zwischen Erkrankungsdauer und dem gustatorischen Defizit konnte nicht belegt werden, allerdings korreliert die Erkrankungsschwere negativ mit der Geschmacksleistung. Beim Vergleich der Syndromformen konnte zwar ein schlechteres Abschneiden der Patienten mit nicht-idiopathischen Syndromformen gezeigt werden, jedoch ist dies nur für die Geschmacksqualität sauer signifikant. Ferner zeigten Probanden mit niedrigen MMST-Scores schlechtere Leistungen in der Geschmackstestung. Praktische Schlussfolgerungen Das gehäufte Auftreten von Geschmacksstörungen bei Patienten mit einem Parkinsonsyndrom kann als gesichert angesehen werden, allerdings ist die Ausprägung dieses Symptoms nicht so deutlich wie etwa das olfaktorische Defizit. Eine Differenzierung verschiedener Syndromformen über eine Geschmackstestung dürfte sich aufgrund der geringen Unterschiede als schwer erweisen, allerdings waren die Fallzahlen in dieser Untersuchung nicht hinreichend groß, um sich diesbezüglich endgültig festzulegen. Zwar konnte ein Zusammenhang zwischen Erkrankungsschwere und Ausmaß der Hypogeusie gezeigt werden, es ist jedoch auch hier fraglich, ob dieser Zusammenhang stark genug ist, um die Geschmackstestung im Sinne eines State-Markers einzusetzen. Background and objectives While disturbances of smell in patients with Parkinson´s disease are well established and investigated, there has been little attention given to the sense of taste. So far only few, sometimes contradictory, data concerning the gustatory performance of Parkinson patients are available. This examination aims to an exact quantification of possibly existing disturbances of taste in Parkinson´s disease on the one hand, and on the other hand it addresses the issue of differences regarding the specificity of such disturbances. Methods Between september 2006 and march 2007 a total of 49 patients, 16 women and 33 men, with Parkinson syndrome, were examined, 39 with idiopathic Parkinson´s disease and 10 with nonidiopathic syndromes. A control group was matched with regard to gender, age, smoking and drinking habits. Only neurologically healthy persons were included. The assessment of taste was performed using the Taste Strip Test comprising the qualities sweet, sour, salty and bitter. Besides individual information, data about the severity of the disease and potential influencing factors (drugs, harmful substances, dementia severity) were collected. Results The examination confirms a reduction of taste perception in patients with Parkinson syndrome. A correlation between disease duration and gustatory deficit could not be documented, however the disease severity correlates with taste performance. Patients with non-idiopathic syndromes showed worse taste performance than those with idiopathic Parkinson syndrome, but the difference was only significant for sour. Test persons with low MMSE scores showed worse performance. Conclusions The cumulative incidence of taste disturbances in patients with Parkinson syndrome can be regarded as statistically found, although they do not seem to be as pronounced as olfactory deficits. A discrimination between different syndromes via taste testing will probably not be feasible because the differences are only mild. However, the sample size in this study was too small to finally settle this question. Although a correlation between disease severity and hypogeusia was shown, it is questionable if this correlation is strong enough to be useful for establishing taste testing as a state marker for Parkinson´s disease.