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Die Geburt von Madopar: Ratio und Fortuna

Die Geburt von Madopar: Ratio und Fortuna

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Original abstract

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte im Zuge einer kaum je dagewesenen Belebung der biologischen Forschung auch eine spektakulare Entwicklung der Neurobiologie, einschlieslich der humoralen Neurotransmission, ein. Unter anderem wurden Biosynthese und Metabolismus von Transmittern, z. B. von Katecholaminen, aufgeklart (Abb. 1), und die Zeit fur die angewandte Forschung reifte heran. Die forschende pharmazeutische Industrie trat in Aktion, denn Losungen oder Fortschritte auf den Gebieten der kardiovaskularen und neuropsychiatrischen Krankheiten standen am Horizont. Mit guten Grunden konnte z. B. erwartet werden, das Verbesserungen zu erreichen seien, wenn es gelange, die Biosynthese von Noradrenalin (NA) zu hemmen, diesem Transmitter, welcher Konstriktion der Arteriolen bewirkt und auch in der Pathophysiologie neuropsychia- trischer Storungen eine Rolle spielt. Was war also zum Beispiel logischer, als nach Hemmstoffen biosynthetischer Enzyme von NA zu suchen. Die Forschung war erfolgreich. Ein forschendes pharmazeutisches Unternehmen in den USA entwickelte einen Hemmer der Decarboxylase aromatischer Aminosauren (L-Dopa-Decarboxylase): α-Methyldopa (Abb. 2), ein Homolog von Dopa. In klinischen Untersuchungen zeigte die Verbindung tatsachlich eine hypotensive Wirkung, und die Substanz wurde als Medikament zur Bekampfung des hohen Blutdrucks in die Klinik eingefuhrt. Das logische Vorge- hen hatte einen Triumph errungen.

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