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Olfaktorische Störungen bei neurodegenerativen Erkrankungen

Olfaktorische Störungen bei neurodegenerativen Erkrankungen

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Der Großteil der Patienten, die an neurodegenerativen Erkrankungen leidet, weist neben motorischen Symptomen ebenfalls eine olfaktorische Störung auf. Diese Erscheinung ist vor allem beim idiopathischen Parkinson‐Syndrom, bei der Alzheimer‐Demenz und bei der Lewy‐Body‐Demenz sichtbar. Andere neurodegenerative Erkrankungen sind mit einer leichten oder mäßigen Riechminderung verbunden. Beim idiopathischen Parkinson‐Syndrom ist die olfaktorische Störung ein sehr häufiges Symptom, welches bei 80‐90% der Betroffenen auftritt. Eine Riechstörung kann bei einer Person, die unter dem idiopathischen Parkinson‐Syndrom (IPS) leidet unabhängig von Alter, Geschlecht und Dauer der Erkrankung auftreten. Mit psychophysischen Riechtests (z.B. „Sniffin´ Sticks“) kann eine olfaktorische Störung schnell erkannt werden. Diese ist besonders in der Frühdiagnostik von neurodegenerativen Erkrankungen von großer Bedeutung, denn nur so besteht eine Chance für eine potenzielle Neuroprotektion im noch präsymptomatischen Krankheitsstadium‐ vor Auftreten motorischer Symptome. Hier steht folgende Beobachtung im Vordergrund: neurodegenerative Prozesse beginnen im olfaktorischen System und im Hirnstamm und befallen erst dann spezifische Hirnregionen. Heutzutage wird angenommen, dass Riechstörungen den motorischen Störungen etwa 4‐6 Jahre vorausgehen. Bei Personen, die eine idiopathische olfaktorische Störung aufweisen‐ eine Riechstörung mit unklarer Ursache, muss immer mit einem höheren Risiko für die spätere Entwicklung einer neurodegenerativen Erkrankung, vor allem eines idiopathischen Parkinson‐Syndroms oder einer Alzheimer‐Demenz gerechnet werden. In diesen Fällen sollten bei Auffälligkeiten in der Anamnese und der ärztlichen Untersuchung neurologische Tests erfolgen. Hier empfehlen sich besonders die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Single‐Photonen‐Emissions‐ Computertomographie‐Untersuchung (SPECT). Eine wichtige Rolle spielen Riechtests ebenfalls in der frühen Differentialdiagnose neurodegenerativer Erkrankungen. Da Patienten mit progressiver supranukleärer Blickparese (PSP) und kortikobasaler Degeneration (CBD) keine Beeinträchtigung des Riechvermögens aufweisen und Patienten, die an Multisystematrophie (MSA) leiden nur eine leichte Hyposmie zeigen, kann man dadurch zwischen diesen Krankheiten und dem idiopathischen Parkinson‐Syndrom differenzieren. Mit Hilfe von psychophysischen Riechtests, die in der Früh‐und Differenzialdiagnose neurologischer Erkrankungen sinnvoll eingesetzt werden können, kann man olfaktorische Störungen leicht, schnell und preisgünstig feststellen, wodurch eine frühzeitige Erkennung einer neurodegenerativen Erkrankung ermöglicht wird.

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