Gibt es eine Pharmakotherapie von “herausforderndes Verhalten”?
Gibt es eine Pharmakotherapie von “herausforderndes Verhalten”?
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Original abstract
ZusammenfassungNicht kognitive Demenz-Symptome wie Agitation und Aggression, eventuell begleitet von produktiven Symptomen wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen sind als “herausforderndes Verhalten” konzeptualisiert worden, um die Verantwortungszuweisung an den Erkrankten zu verhindern. Auch Depression und Apathie werden darunter subsumiert, wenn dies zu Konflikten mit den versorgenden Personen führt. Die Gabe von Neuroleptika bei älteren Menschen birgt die Gefahr von einer erhöhten Mortalität sowie von einem erhöhten Risiko zerebrovaskulärer Ereignisse. Nichtsdestotrotz gibt es Situationen im klinischen Alltag bei der Behandlung dementer Patienten, die eine neuroleptische Therapie erfordern. Insgesamt gesehen sind die psychopharmakologischen Behandlungsmöglichkeiten von herausforderndem Verhalten ernüchternd. Bei Patienten, die eine Demenz und ein Parkinson-Syndrom haben, ist die Pharmakotherapie zusätzlich erschwert. Einzige Neuroleptika, die bei Parkinson-Syndromen in Frage kommen, sind Clozapin (on-label für Psychose, nicht “herausforderndes Verhalten”) und Quetiapin (off-Label). Cholinesterasehemmer sind auch bei Patienten mit Parkinson-Syndrom zu erwän. Studiendaten legen einen Einsatz von Citalopram bei Agitation nahe.