REM-Schlafverhaltensstörung als Frühsymptom neurodegenerativer Erkrankungen
REM-Schlafverhaltensstörung als Frühsymptom neurodegenerativer Erkrankungen
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Original abstract
ZusammenfassungDie REM-Schlafverhaltensstörung (RBD) ist häufig das erste für den Betroffenen lebensbeeinträchtigende Symptom einer neurodegenerativen Erkrankung. Es konnte gezeigt werden, dass 81%–90% der Patienten mit einer RBD innerhalb von zehn Jahren eine Alpha-Synukleopathie (Morbus Parkinson, Lewy-Körperchen-Demenz, Multisystematrophie) entwickeln. Durch das Fehlen der normalerweise auftretenden Suppression der motorischen Aktivität während des REM-Schlafes, kommt es zum Ausagieren von Träumen. Die Diagnosesicherung erfolgt mittels Polysomnografie. Meist tritt die RBD zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr erstmals auf. Männer sind wahrscheinlich häufiger betroffen als Frauen. Bei Patienten mit RBD fallen oft schon früh subtile Veränderungen wie Hyposmie, Obstipation oder Veränderungen der Motorik oder Kognition auf, die weitere Zeichen einer beginnenden neurodegenerativen Erkrankung sein können. Das gleichzeitige Auftreten der RBD bei bekannter, neurodegenerativer Erkrankung, ist häufig mit einem schwereren Verlauf verbunden. Neben Bettsicherungsmaßnahmen kommen zur medikamentösen Behandlung am häufigsten Clonazepam oder hochdosiertes Melatonin zum Einsatz. Die RBD stellt als Prodomalstadium einer neurodegenerativen Erkrankung einen zentralen Ansatzpunkt für die Entwicklung und Untersuchung einer neuroprotektiven, krankheitsmodulierenden Therapie dar.