RESEARCH / DISCOVERY
← Back to the library

Die Beurteilung kognitiver Fähigkeiten sowie das Auftreten und der zeitliche Verlauf von neuropsychiatrischen Auffälligkeiten bei der ALS im Vergleich zu Morbus Parkinson

Die Beurteilung kognitiver Fähigkeiten sowie das Auftreten und der zeitliche Verlauf von neuropsychiatrischen Auffälligkeiten bei der ALS im Vergleich zu Morbus Parkinson

Read the original publication

A plain-language reading has not been prepared for this paper yet.

Original abstract

Diese Dissertation soll zu einem besseren Krankheitsverständnis von der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) und Morbus Parkinson (PD) beitragen. Beide Krankheiten zählen zu den neurodegenerativen Erkrankungen und gelten bislang als unheilbar. ALS und PD manifestieren sich nicht nur durch krankheitsspezifische motorische Symptome und funktionellen Verfall, sondern beeinflussen ebenfalls den kognitiven und psychischen Zustand betroffener Patienten. Wissenschaftler erkannten die Relevanz dieser Thematik und so gewann man neue Erkenntnisse hinsichtlich der Art kognitiver und psychiatrischer Störungen bei neurodegenerativen Erkrankungen sowie dem zeitlichen Auftreten der Symptomatik. Gerade neuropsychiatrische Auffälligkeiten können bereits Jahre vor dem ersten Auftreten motorischer Symptome in Erscheinung treten. Oftmals sind diese auch direkt mit der Diagnose einer neurodegenerativen Erkrankung assoziiert. Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, das neurokognitive sowie neuropsychiatrische Profil von ALS- und PD-Patienten genauer zu untersuchen und miteinander zu vergleichen. Es wurden insgesamt 35 ALS- und 33 PD-Patienten rekrutiert und untersucht. Zur Erhebung demografischer Daten sowie kognitiver Veränderungen wurde der Edinburgh Cognitive and Behavioral ALS Screen (ECAS) verwendet. Der initiale affektive Status wurde mit dem ALS-Depressions-Inventar-12 (ADI-12) analysiert. Im Anschluss wurde ein strukturiertes klinisches Interview nach DSM-IV (SKID) durchgeführt, welches sich genauer mit möglichen psychiatrischen Auffälligkeiten (SKID I) und Persönlichkeitsstörungen (SKID II) befasste. Im Vordergrund stand hierbei die Depressionsentwicklung. Bei der Untersuchung mit dem ECAS wurden Unterschiede im kognitiven Profil von ALS- und PD-Patienten ersichtlich. PD-Patienten wiesen geringfügig mehr kognitive Beeinträchtigung auf als Patienten mit ALS. In den Domänen Sprache, Sprachfluss, Gedächtnis und räumliches Vorstellungsvermögen zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Hinsichtlich der Gesamtzahl an neuropsychiatrischen Auffälligkeiten und der Erkrankung an einer derzeitigen depressiven Störung fanden sich keine Unterschiede zwischen beiden Patientengruppen. Mit Hilfe des SKID ließ sich ebenfalls der zeitliche Verlauf depressiver Episoden nachvollziehen. Im Gegensatz zu bisherigen Studien zeigte keiner unserer Parkinson-Patienten Symptome einer depressiven Episode vor PD-Diagnosestellung. ALS-Patienten erkrankten hingegen mehrheitlich entweder Jahre vor oder um den Zeitpunkt der Diagnosestellung an einer Depression. Dies steht im Einklang mit bisherigen Forschungsergebnissen bezüglich des Zusammenhangs zwischen Depressionsentwicklung und ALS. Unsere Ergebnisse konnten zeigen, dass kognitive und psychiatrische Probleme zum allgemeinen klinischen Bild neurodegenerativer Erkrankungen gehören. Oftmals treten diese bei Patienten zusammen auf und sollten nicht dichotom betrachtet werden. Durch die bessere Erforschung wichtiger nicht-motorischer Symptome bei ALS und PD könnte man in Zukunft auffällige Patienten bereits frühzeitig neurologisch untersuchen und so bereits erste Hinweise auf neurodegenerative Erkrankungen entdecken. Eine frühzeitige, korrekte Diagnose ermöglicht eine zeitnahe Intervention und könnte somit die Entwicklung neuroprotektiver Konzepte fördern. Außerdem kann man das Wissen über vorhandene kognitive und psychische Störungen nutzen, um betroffenen Patienten die Möglichkeit einer umfassenden, optimalen psychologischen Betreuung zu bieten.

Explore another example or bring your own paper

Pasted text and PDF extraction stay on this computer. The local guide explains terms and surfaces passages; rewriting requires a configured local model. Scanned PDFs need OCR first.

RECORD & PROVENANCE