Inzidenztrends des diagnostizierten idiopathischen Parkinson-Syndroms in den Jahren 2013 bis 2019
Inzidenztrends des diagnostizierten idiopathischen Parkinson-Syndroms in den Jahren 2013 bis 2019
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Original abstract
Hintergrund Das idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS) ist eine häufige neurodegenerative Erkrankung des höheren Alters. Infolge einer fortschreitenden demografischen Alterung in Deutschland wird ein stetiger Anstieg der Erkranktenzahlen erwartet. Untersuchungsziel war die Deskription aktueller geschlechts- und altersspezifischer Trends und regionaler Unterschiede der Inzidenz des vertrags-ärztlich diagnostizierten IPS im Alterssegment ab 50 Jahren in Deutschland in den Jahren 2013 bis 2019. Methoden Datengrundlage bildeten bundesweite pseudonymisierte, krankenkassenübergreifende vertrags-ärztliche Abrechnungsdaten gemäß § 295 SGB V und Arzneiverordnungsdaten gemäß § 300 Abs. 2 SGB V der Jahre 2010 bis 2019 von Patienten im Alter 50 Jahren. Die Erfassung der Häufigkeit des Neuauftretens eines IPS erfolgte pro Jahr im Zeitraum 2013 bis 2019 in Kohorten von vertragsärztli-chen Patienten, die in einem Mindestzeitraum von vier Jahren beobachtbar waren. Das Neuauftre-ten eines IPS im Berichtsjahr wurde angenommen, wenn i) eine „gesicherte“ Diagnose (ICD-Code: G20) erstmalig nach einem diagnosefreien Vorbeobachtungszeitraum von drei Jahren in einem Quartal des Berichtsjahres und ii) wiederholt zumindest einmalig in den patientenindividuell fol-genden drei Quartalen codiert wurde sowie iii) in den vier Quartalen der Diagnoseerfassung min-destens einmalig ein Medikament der Arzneimittelgruppe Antiparkinsonmittel (ATC-Code: N04) verordnet wurde. Neben dieser primären Falldefinition wurden zwei weitere Falldefinitionen mit Variationen der Mindestanforderungen an die Inanspruchnahmemuster inzidenter IPS-Fälle zur Prüfung der Robustheit der gefundenen Inzidenztrends auf Bundesebene angewendet. Ergebnisse Zwischen den Jahren 2013 und 2019 ging die Inzidenz eines diagnostizierten IPS gemäß primärer Falldefinition von 149 auf 112 Neuerkrankungen pro 100.000 Patienten zurück. Sukzessive Abnah-men der jährlichen Inzidenz wurden für alle drei Falldefinitionen gefunden, die sich zwischen 2013 und 2019 auf Reduktionen von 25 % bis 30 % kumulierten. Abnahmen der jährlichen Diagnoseinzi-denz wurden bundesweit in allen Altersgruppen im Alter ab 50 Jahren, in beiden Geschlechtsgrup-pen und in fast allen KV-Bereichen beobachtet. Schlussfolgerung Trotz einer fortschreitenden demografischen Alterung weist die Auswertung vertragsärztlicher Abrechnungsdaten im Alterssegment ab 50 Jahren auf einen deutlichen und deutschlandweiten Rückgang der IPS-Inzidenz in den Jahren 2013 bis 2019 hin. Dieser Trend war robust gegenüber Va-riationen der Falldefinition bezüglich der Mindestanforderungen an die Inanspruchnahmemuster der vertragsärztlichen Versorgung für die Erfassung von neuerkrankten Patienten mit IPS. Schlagwörter Abrechnungsdaten, Diagnoseinzidenz, idiopatisches Parkinson-Syndrom, Inzidenz, IPS, Morbus Parkinson