Tiefe Hirnstimulation bei fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung
Tiefe Hirnstimulation bei fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung
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Original abstract
ZusammenfassungIm Kompetenznetz Parkinson wurde seit 2001 unter Leitung der Kieler Universitätsklinik die erste multizentrische, randomisierte und kontrollierte Studie zur Wirksamkeit der tiefen Hirnstimulation (STN-Stimulation) bei der Therapie des fortgeschrittenen Morbus Parkinson durchgeführt. Die tiefe Hirnstimulation wurde erstmals mit einer Kontrollgruppe verglichen, die mit einer optimierten medikamentösen Therapie behandelt wurde. Die Lebensqualität, als wichtigster Zielparameter, wurde mit dem Parkinson’s Disease Questionnaire (PDQ-39), die motorischen Symptome über die Unified Parkinson’s Disease Rating Scale (UPDRS) beurteilt.Die Analyse des PDQ-39 Summationswertes ergab bei den stimulierten Patienten eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität von 25%, wobei die Subscores Mobilität, Aktivitäten des Alltags, emotionales Wohlergehen, Stigmatisierung sowie körperliche Beschwerden besonders gut auf die Therapie ansprachen. Unter den motorischen Parametern führte die STN-Stimulation zu einer Verringerung der motorischen OFF-Phasen-Symptome um 41% und der Dyskinesien um 54%. Außerdem besserte sich die Beweglichkeit der Patienten im Tagesverlauf, ON-Phasen nahmen von 3,5 auf 8,4 h zu, OFF-Phasen sanken von 6 auf 1,3 h, außerdem nahmen störende Überbewegungen ab. Zudem konnte bei den stimulierten Patienten die Medikamentendosis um ca. 50% vermindert werden. Bei der ausschließlich medikamentös behandelten Kontrollgruppe zeigten sich keine wesentlichen Veränderungen in den genannten Parametern. Schwere unerwünschte Wirkungen waren in der Stimulationsgruppe häufiger. Weniger schwere unerwünschte Wirkungen waren in der Medikationsgruppe häufiger.