Entwicklung einer programmierbaren, individuellen Fernbedienung für infrarotgesteuerte Geräte für Personen mit motorischen Einschränkungen der oberen Extremität
Entwicklung einer programmierbaren, individuellen Fernbedienung für infrarotgesteuerte Geräte für Personen mit motorischen Einschränkungen der oberen Extremität
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Original abstract
Einleitung: Die Abnahme von motorischen Fähigkeiten der Arme und Hände wie beispielsweise bei Multipler Sklerose und Morbus Parkinson hat beträchtliche Auswirkungen auf das Alltagsleben von betroffenen Personen. Die Benutzung von Fernbedienungen, wie etwa für den Fernseher, ist bei Fortschreiten der Erkrankung oft nicht mehr möglich. Ziel der Arbeit ist es, die Anforderungen an eine Fernbedienung für diese Personengruppe zu erheben. Daraus sollen mit den Betroffenen individuelle Prototypen gestaltet, diese evaluiert und die Ergebnisse als Do It Yourself Anleitung für Fernbedienungen zusammengefasst werden. Methode: Die Arbeit stützt sich auf die Forschungsphilosophie des User Centered Design. Um die Fragestellungen zu beantworten, wurden qualitative Interviews mit zwei Ergotherapeutinnen und vier Patient*innen geführt. Die Interviews wurden durch die Inhaltsanalyse nach Gläser und Laudel (2010) ausgewertet. Anhand der abgeleiteten Anforderungen wurden Prototypen mit den Betroffenen designt und qualitativ evaluiert. Ergebnisse: Unabhängig voneinander zeigte sich bei den Befragungen beider Personengruppen, wie individuell die Erkrankungen verlaufen können und welche unterschiedlichen Auswirkungen auf das Alltagsleben der Betroffenen damit einhergehen. Aufgrund dieser Individualität wurde mit drei Patient*innen gemeinsam je eine eigene Fernbedienung entwickelt. Wie aus der Evaluation hervorging, konnten die Erkrankten mit Hilfe dieser Prototypen den Fernseher selbstständig bedienen. Weiters konnten die Erfahrungen aus diesem Co-Design Prozess durch die Ausarbeitung einer Do It Yourself Anleitung für individuelle Fernbedienungen festgehalten werden. Conclusio: Eine einheitliche Gestaltung von alternativen Fernbedienungen für Personen mit motorischen Einschränkungen scheint aufgrund der unterschiedlichen Ressourcen und Defizite nicht zielführend zu sein, wie hier am Beispiel von MS und Parkinson Patient*innen gezeigt werden konnte. Durch individuell designte Fernbedienungen konnten jedoch für alle Patient*innen zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden. Deshalb erscheint auch der Do It Yourself Ansatz vielversprechend, weil dadurch ebenfalls angepasste Designs ermöglicht werden. Im Sinne dieses Ansatzes können Betroffene individuelle Hilfsmittel selbst bzw. mit Hilfe von Angehörigen oder Gesundheitsdienstleister*innen gestalten. Um den Nutzen und die Machbarkeit von Do It Yourself Assistiven Technologien zu erheben und mögliche weitere Anwender*innengruppen dieser zu identifizieren, sind weiterführende Studien notwendig. Einen möglichen Ansatzpunkt bietet die in der vorliegenden Arbeit entwickelte Anleitung zum Bau einer Do It Yourself Fernbedienung. Introduction: Everyday life changes dramatically when people are diagnosed with a neurological disease like Multiple Sclerosis or Morbus Parkinson. Motor disabilities of arms and hands are common symptoms, which makes using remote controls difficult or even impossible. The aim of this thesis is to identify the requirements of individual remote controls that can be used by this group of people and to design and evaluate individual prototypes. The findings from that process will be summarized in a Do-It-Yourself construction manual for individual remote controls. Method: This thesis draws on the research approach of User Centered Design. To answer the research questions, qualitative interviews were conducted with two occupational therapists as well as four patients. The interviews were evaluated based on the content analysis method of Gläser & Laudel (2010). Using the findings derived from literature research and interviews with the therapists, individual prototypes of remote controls were developed and evaluated together with the patients. Results: Interviews with both the occupational therapists and patients showed how Multiple Sclerosis or Morbus Parkinson can progress differently for each individual patient. They also demonstrated how the effects of these illnesses on the everyday lives vary among those affected. Based on these individual requirements, customized remote controls were designed and prototypes made for three of the patients. The evaluation of these prototypes found that all of the patients were able to control the TV independently again. The learnings from this co-design process were collected in a Do-It-Yourself construction manual for individual remote controls. Conclusions: A uniform design for alternative remote controls is not appropriate due to the individual disease symptoms and patients’ different requirements. Designing individual prototypes was an appropriate solution for this problem and so it seems the Do-It-Yourself approach is ideal because it allows for such customized designs. Using this approach, patients can design their own, personalized assistive technology with the help of family members or health professionals. Additional research is needed in order to assess the feasibility of Do-It-Yourself Assistive Technology and to identify other potential users for this kind of alternative remote control devices. A possible starting point is the construction manual for individual remote controls developed in this thesis. Wien, FH Campus Wien, Masterarb., 2019