Neue Wege der Diagnostik sprechmotorischer Störungen
Neue Wege der Diagnostik sprechmotorischer Störungen
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Original abstract
Bisher werden zur Diagnostik sprechmotorischer Storungen in der klinischen Routine fast ausschlieslich auditiv-visuelle Beurteilungsverfahren eingesetzt. Hierbei kann die subjektive Einschatzung jedoch zu individuell abweichenden Urteilen fuhren, was eine objektive Beurteilung einer sprechmotorischen Storung und eine Bewertung von Therapieverlaufen stark erschwert. Mit den Aachener Materialien zur Diagnostik neurogener Sprechstorungen (AMDNS) wird ein neues objektives Verfahren zur Diagnostik und Verlaufsbeobachtung neurogen bedingter Sprechstorungen (Dysarthrie und Sprechapraxie) zur Verfugung gestellt. Die AMDNS ermoglichen es, systematisch die Komponenten des Sprechenvorgangs (Respiration, Phonation, Artikulation, Sprechweise) zu untersuchen. Anhand von computergestutzten Auswertungen der Untertests der AMDNS sollen objektive Messgrosen erhoben werden, die durch zusatzliche auditive Beurteilungen erganzt werden. Hierdurch lasst sich ein detailliertes Verstandnis der sprechmotorischen Storung und ihres moglichen Ursprungs erreichen. Die AMDNS sind insbesondere zur Verlaufsbeobachtung bei therapeutischen Masnahmen und progredienten Erkrankungen geeignet, da sich auch kleine Veranderungen der sprechmotorischen Storung in den Messwerten niederschlagen. Im Rahmen einer Pilotstudie wurde bisher ein Kollektiv von insgesamt 60 sprechgesunden Mannern und Frauen zwischen dem 20. und 80. Lebensjahr untersucht, dass fur die Standardisierung des Verfahrens derzeit um weitere 120 Normalprobanden erganzt wird. Eine explorative Studie mit sprechmotorisch auffalligen Patienten, die am ideopathischen Parkinsonsyndrom erkrankt sind, konnte bereits signifikante Abweichungen einzelner Parameter der an M. Parkinson erkrankten Personen im Vergleich zu Normalprobanden zeigen.