Besonderheiten der Harninkontinenz im Alter
Besonderheiten der Harninkontinenz im Alter
A plain-language reading has not been prepared for this paper yet.
Original abstract
Harninkontinenz bei geriatrischen Patienten, die als hochbetagt, multimorbid, vulnerabel und von Chronifizierung sowie Autonomieverlust bedroht definiert werden, ist ein „geriatrisches Syndrom“, das unter anderem von der Multimorbiditat und der Multimedikation bestimmt wird. Zu den relevanten Einflussfaktoren gehoren neben der Komedikation der Diabetes mellitus, die Obstipation, ein Ostrogenmangel und Deszensus, die Immobilitat, ein gestorter Flussigkeitshaushalt im Sinne eines nachtlichen Polyuriesyndroms sowie eine fehlerhafte Harnblasensteuerung durch neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder demenzielle Syndrome. In der Diagnostik kommen eher nicht-invasive Untersuchungsmethoden zum Einsatz; strukturierte geriatrische Assessments konnen helfen, eine Inkontinenzproblematik und das Ausmas einer Immobilitat auch quantitativ zu erfassen. Viele therapeutische Masnahmen zielen zunachst auf die Verbesserung der Mobilitat, der Vigilanz und des Wohnumfelds; spezifische Behandlungsoptionen sind neben Miktions-, Toiletten- oder Beckenbodentraining in einem berufsgruppenubergreifenden Setting auch medikamentose Interventionen. Diese berucksichtigen die Besonderheiten des haufig schon mild kognitiv beeintrachtigten und vulnerablen Patienten. Operative Interventionen sind im Einzelfall nach Klarung der Operabilitat moglich, wenn die konservative Therapie erfolglos war, Leidensdruck besteht und eine operative Sanierung erfolgversprechend erscheint.