Quantitative Untersuchungen zur Feinmotorik von Parkinson-Patienten mittels MIDI-Technologie
Quantitative Untersuchungen zur Feinmotorik von Parkinson-Patienten mittels MIDI-Technologie
A plain-language reading has not been prepared for this paper yet.
Original abstract
Die Beweglichkeitsstorungen beim idiopathischen Parkinson-Syndrom (IPD) werden eher theoretisch in Hypokinese (Bewegungsverlangsamung), Bradykinese (Amplitudenminderung) und Akinese (Hemmung des Bewegungsstarts) eingeteilt. Diese tragen unter den motorischen Kardinalsymptomen des IPD am deutlichsten zur Gesamtbehinderung der Patienten bei. Ziel dieser Pilotstudie war es, die Moglichkeiten der MIDI-Technologie (Musical Instrument Digital Interface) fur eine genauere Charakterisierung der einzelnen feinmotorischen Komponenten am Beispiel des IPD zu evaluieren. 25 Patienten mit IPD (im medikamentosen ON) sowie 31 gesunde Kontrollen, die nie zuvor ein Musikinstrument gespielt hatten, wurden an einem elektronischen Klavier (Yamaha CLP 110) untersucht. Dabei wurden funf unterschiedliche Ubungen fur jeweils 15 Sekunden zweimalig bei definierter Lautstarke mit hochstmoglicher Geschwindigkeit ausgefuhrt: Einzeltapping mit dem Zeigefinger (2. F.), Triller (zwischen 2. u. 3. F.), Sequenz (1–2–3–4–5–4–3–2–1–2–3-usw.), Fingersprunge (mit dem Zeigefinger im Wechsel uber 2 Oktaven). Berechnet wurden die Frequenz (F), Anschlagsgeschwindigkeit (V), Anschlagsdauer (DUR), das Intervall zwischen zwei Tastenanschlagen (IOI) sowie das Intervall vom Ende des einen bis zum Beginn des folgenden Anschlags (ISI) fur jede Taste getrennt. Die Auswertung der Variablen erfolgte mit SPSS 13.0. Die Anschlagsfrequenz wie -dauer waren bei allen Aufgaben bis auf die Sequenz, welche die hochsten koordinativen Aufgaben an die Probanden stellte, bei den IPD Patienten gegenuber Kontrollen vermindert. Die Anschlagsgeschwindigkeit zeigte sich signifikant beim Einzeltapping und den Fingersprungen reduziert. Die einzigen Variablen, die sich bei allen Aufgaben zwischen Patienten und Kontrollen unterschieden, waren IOI und ISI. Mit einem einfachen Fingertapping konnte bereits gezeigt werden, dass sich die MIDI- Technologie zur objektiven Quantifizierung der Bewegungseinschrankung bei IPD Patienten eignet. Die Ergebnisse der vorliegen Pilotstudie deuten an, dass auch unterschiedliche Komponenten der Feinmotorik untersucht werden konnen, die fur die Charakterisierung auch anderer Bewegungsstorungen genutzt werden konnten. Hierbei konnte die Frequenz ein Mas fur die Hypokinese darstellen, die Anschlagsgeschwindigkeit als Parameter fur die Bradykinese und das Intervall zwischen den Tastenanschlagen als Parameter fur die Akinese genutzt werden.