Komplexe Verhaltensstörungen unter dopaminerger Therapie
Komplexe Verhaltensstörungen unter dopaminerger Therapie
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Original abstract
Die Ehefrau eines 61-jahrigen ehemaligen, mittlerweile berenteten Chirurgen, der seit ca. 7 Jahren aufgrund eines tremordominanten Parkinson-Syndroms in neurologischer Behandlung war, kontaktierte unsere Bewegungsstorungen-Ambulanz. Sie schilderte, dass sich ihr Mann in den letzten Monaten zunehmend psychisch verandert habe und vor ca. einem halben Jahr fast taglich von ihr verlangt habe, dass sie mit ihm schlafe. Anfanglich habe sie gedacht, dass das eine „Phase“ sei, die auch wieder vorbeiginge, doch als er sie morgens schon zu sexuellen Handlungen gedrangt habe, habe sie sich ihm verweigert. Unter dieser Situation hatten sie beide sehr gelitten. Mit den Wochen sei es aber wieder besser geworden, da ihr Mann ihrem Vorschlag gefolgt sei, mehr Sport zu machen. Er habe nun die meiste Zeit „auser Haus“ verbracht und sei in der Zeit zu Hause wesentlich umganglicher gewesen. Nun habe sie einen Anruf ihrer Bank erhalten, dass ihr Mann das gemeinsame Haus mit einer Hypothek belegen wolle. Angesprochen auf dieses Telefonat, habe ihr Mann ihr unter Tranen gestanden, dass er in den vergangenen Monaten taglich 3–4 Kontakte zu Prostituierten gehabt habe und pro Tag ca. 800–1200 Euro ausgegeben habe.