Therapie des Speichelflusses durch Botulinumtoxin A bei Patienten mit einem Parkinson-Syndrom/Amyotropher Lateralsklerose
Therapie des Speichelflusses durch Botulinumtoxin A bei Patienten mit einem Parkinson-Syndrom/Amyotropher Lateralsklerose
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Original abstract
Patienten mit motorischen Systemdegenerationen (Parkinson-Syndrom, Amyotrophe Lateralsklerose – ALS), leiden in der Spatphase ihrer Erkrankung oftmals unter einem erheblich gesteigertem Speichelfluss. Bis zu 80% aller Parkinson Patienten und 20% der ALS Patienten berichten im Verlauf ihrer Erkrankung uber einen gesteigerten Speichelfluss. Der pharmakologischen Therapie sind allerdings aufgrund der begrenzten Wirksamkeit und erheblicher Nebenwirkungen deutliche Grenzen gesetzt. Botulinumtoxin A (BoNT/A), dass durch die irreversible Bindung von SNAP-25 die Freisetzung von Azetylcholin in cholinergen Synapsen blockiert, wird bisher hauptsachlich zur Therapie der Spastik und Dystonie eingesetzt. Obwohl kurzlich gezeigt wurde, dass BoNT/A auch zu einer Reduktion des Speichelflusses fuhrt, differieren die Angaben zur notwendigen Dosis und zur Dauer des Effekts deutlich. In der vorliegenden Studie untersuchten wir die Wirkung von drei unterschiedlichen Dosen Dysport® (18,75; 37,5 und 75 MU) und Plazebo auf den Speichelfluss bei 32 Patienten, die an einem Parkinson-Syndrom oder einer ALS erkrankt waren. Die Injektion von BoNT/A erfolgte bilateral in die Gl. parotis sowohl zur baseline als auch nach einem Intervall von drei Monaten. Der Therapieeffekt wurde von den Patienten anhand eines Fragebogens beurteilt (subjektiv). Zusatzlich erfolgte eine Messung des Speichelflusses durch das Auswiegen von Watterollchen, die 5 Minuten im Mund der Patienten platziert wurden (objektiv). Im Ergebnis der Arbeit berichteten alle BoNT/A behandelten Patienten uber eine Reduktion des Speichelflusses, wobei hohere Dosen von BoNT/A zu einer starkeren und langer dauernden Reduktion des Speichelflusses fuhrten. Durch die objektive Speichelmessung wurden diese Ergebnisse bestatigt, ein signifikanter Unterschied lies sich zwischen der Hochdosisgruppe (75 MU Dysport® pro Seite) und den Plazebo behandelten Patienten nachweisen. Die Applikation von BoNT/A im Rahmen der Studie fuhrte bei keinem Patienten zu relevanten Nebenwirkungen. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die Sialorrho bei Patienten mit Systemdegenerationen durch BoNT/A sicher und effektiv zu behandeln ist.