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Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker...

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Fiktive Erzahlungen konnen unterhaltsam sein, doch die selbsterlebten Geschichten sind mindestens so spannend – zumindest fur den Erzahler. Im Jahr 2002 prasentierte ein Chefarzt der Medizin an der monatlichen Hausarzte-Fortbildung den Fall einer Patientin mit Parkinson-Krankheit (PD) und schweren osteoporotischen Wirbelkorperfrakturen der Lendenwirbelsaule. Und wie es der Zufall wollte, brach sich kurz danach eine meiner eigenen Patientinnen bei einem Sturz im Altersturnen ebenfalls den Lendenwirbel. Auch diese Patientin hatte eine schon lange bestehende PD. Ob diesen parallelen Fallen uberlegte ich mir, ob die PD und die Osteoporose eine gemeinsame Schnittstelle haben konnten, und begann mit einer Literatursuche. Es zeigte sich nach dem damaligen Wissenstand, dass PD-Patienten gehauft eine verminderte Knochendichte (BMD) bis hin zur Osteoporose (T-Wert <2,5) und Frakturen hatten. Zudem fanden sich haufig erniedrigte Vitamin-D-Werte. Es gab aber auch Hinweise fur eine knochenschadigende Wirkung der PD-Medikamente. Ich meldete den Fall meiner Patientin als vermutete Medikamenten-Nebenwirkung. Der Bescheid lautete, PD-Patienten seien immobil (so viel zum Altersturnen!), und bei postmenopausalen Frauen komme Osteoporose halt vor. Ich meldete spater auch einen Fall von Osteopenie bei einem Mann, der wegen seiner unruhigen Beine (RLS) L-Dopa einnehmen musste. Auch hier: «Kommt halt so vor!» Ich wollte eine hausarztliche Primarstudie bei neudiagnostizierten PD-Patienten lancieren und kontrollieren, ob nach L-Dopa-Therapie die BMD abund die Urin-Crosslinks zunahmen. Diese Studie scheiterte an der Finanzierung und an den komplexen Formalitaten (Multicenterstudie, Ethik, Versicherung usw.). Nun liess ich die Sache ruhen. Erst im Jahr 2010 nahm ich wieder einen Anlauf und konnte mit zwei Koautoren und durch Hilfe eines Stipendiums der Akademie der Medizinischen Wissenschaften einen Ubersichtsartikel uber die Problematik erstellen. Diese Arbeit ist 2011 im Swiss Medical Weekly erschienen [1]. Sie bestatigte, dass ein Zusammenhang zwischen der PD und Knochenproblemen vorhanden ist. Als Ursache des wahrscheinlich multifaktoriellen Problems kommen in Frage: langjahriger Vitamin-D-Mangel, Immobilitat, Mangelernahrung und L-Dopa-haltige PD-Medikamente. Mit Hinweis auf diese Ubersichtsarbeit liess ich meine beiden oben erwahnten Nebenwirkungsmeldungen nochmals im Lichte der aktuellen Literatur bewerten. Die Beurteilung hatte sich nun von «unwahrscheinlich» zu «moglich» geandert. Ein Briefwechsel mit Swissmedic folgte. Ich beanstandete dabei die fehlende Patienteninformation uber mogliche schadliche Auswirkungen von LDopa plus Benserazid (Madopar®) oder Carbidopa (Sinemet®). Meine Argumentation war die folgende: L-Dopa selber stort die Kollagen-Biosynthese und damit den Aufbau eines gesunden Knochens. Zudem fuhrt die Therapie mit L-Dopa plus Decarboxylasehemmer zu einer massiven Hyperhomozysteinamie (in meiner Praxis ca. 2,5-mal die obere Norm). Hohe Homozysteinspiegel schaden (unter anderem) dem Knochen. Die Gabe von Vitamin B12 und Folsaure kann die Hyperhomozysteinamie und die Zeichen eines raschen Knochenabbaus (Pryridinolin-Crosslinks im Urin) reduzieren. Auch die Erweiterung des Markus Gnadinger

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