Telerehabilitation der Dysphagie bei idiopathischem Parkinson-Syndrom: Studienprotokoll einer zwei-armigen, randomisiert, kontrollierten Studie zur Überprüfung von Wirksamkeit und Praktikabilität
Telerehabilitation der Dysphagie bei idiopathischem Parkinson-Syndrom: Studienprotokoll einer zwei-armigen, randomisiert, kontrollierten Studie zur Überprüfung von Wirksamkeit und Praktikabilität
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Original abstract
Hintergrund: Die Dysphagie ist ein häufiges Symptom bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom (IPS) und trägt zur Entwicklung von Aspirationspneumonien bei, der häufigsten Todesursache bei IPS. Weitere schwerwiegende Folgen der Dysphagie sind Mangelernährung, Dehydratation und sozialer Rückzug. Zudem führt "Hängenbleiben" von Medikamenten zu Wirkversagen oder -fluktuation. Der Effekt verschiedener Verfahren der Dysphagie Rehabilitation wurde in einem aktuellen systematischen Review bestätigt. Konkrete Inhalte von Therapieprogrammen sind jedoch nur unzureichend beschrieben. Telerehabilitation ist nicht zuletzt im Zuge der COVID-19-Pandemie zunehmend in den wissenschaftlichen Fokus gerückt, da sie die Patientenversorgung unterstützt und zudem das Infektionsrisiko senkt. Telerehabilitation ist bei Menschen mit IPS mit hoher Zufriedenheit durchführbar und reduziert Kosten und Aufwand. Es gibt jedoch bisher keine Studie zur Telerehabilitation der Dysphagie bei IPS.Material und Methoden: Ziel der Studie ist es, die Wirksamkeit und Praktikabilität der Telerehabilitation der Dysphagie bei IPS zu evaluieren. In einer prospektiven, randomisiert-kontrollierten Studie mit einem Parallelgruppen-Design werden IPS-Patienten mit Dysphagie, die in der Hamburger Parkinson-Tagesklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf vorstellig werden, eingeschlossen. Die primären Endpunkte Schlucksicherheit und -effizienz werden mittels FEES vor, direkt nach der Behandlung und nach einem dreimonatigen Follow-up Zeitraum untersucht. Die Untersucher werden verblindet hinsichtlich der Studienarmzuteilung. Sekundäre Endpunkte sind schluckbezogene Lebensqualität, Behandlungszufriedenheit, Ernährungsform, Auftreten von Aspirationspneumonien oder Notwendigkeit einer PEG-Sonde. Die Patienten werden stratifiziert randomisiert. Die Kontrollgruppe wird an fünf Tagen in drei Wochen die tagesklinische Behandlung erhalten. In der Interventionsgruppe wird zusätzlich Telerehabilitation per Video-Chat erfolgen, die eine individuelle Therapie und Beratung beinhaltet.Diskussion: Diese Studie wird Erkenntnisse liefern, inwiefern die Telerehabilitation den Alltagstransfer von therapeutischen Maßnahmen zur Erhöhung der Schlucksicherheit und -effizienz verbessert. Gerade bei IPS-Patienten könnte dies Behandlung und Lebensqualität optimieren und das gesundheitliche Risiko reduzieren. Das ist insbesondere für Patienten mit einer progredienten Erkrankung, die ihre Schluckstörung nicht adäquat wahrnehmen, von Bedeutung.