KI-basiertes Eigentraining in der Logopädie für Menschen mit Parkinson-Krankheit – Ergebnisse und Perspektiven einer Machbarkeitsstudie
KI-basiertes Eigentraining in der Logopädie für Menschen mit Parkinson-Krankheit – Ergebnisse und Perspektiven einer Machbarkeitsstudie
A plain-language reading has not been prepared for this paper yet.
Original abstract
Die vorliegende Machbarkeitsstudie untersuchte den Einsatz des KI-basierten Sprechassistenzsystems SprechenISi-Speech im Eigentraining von Patienten mit ParkinsonKrankheit und Dysarthrie. Zehn Patienten nutzten die App im Rahmen einer zweiwöchigen stationären Phase der Parkinson-Komplextherapie (PKT) sowie einer anschließenden zweiwöchigen häuslichen Trainingsphase. Methodisch wurde ein Mixed-Methods-Design realisiert, bestehend aus einer standardisierten Einführung durch Logopäden, ergänzenden Beratungs- und Schulungsmaterialien, niedrigschwelligem technischem Support, der Analyse von Nutzungsdaten sowie Fragebögen und leitfadengestützten Interviews mit Patienten und Therapeuten. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Usability und Akzeptanz. Im Mittel absolvierten die Patienten vier Trainingseinheiten von jeweils 20 Minuten pro Woche und berichteten von gesteigerter Trainingsmotivation, wahrgenommenen Verbesserungen der Sprechverständlichkeit, größerem Selbstvertrauen und einer Zunahme erlebter Selbstwirksamkeit. Gleichzeitig wurde das KI-generierte Feedback teilweise als wenig verständlich und nur eingeschränkt hilfreich bewertet. Aus therapeutischer Perspektive erwies sich die Implementierung grundsätzlich als machbar, sofern die Einführung praxisnah erfolgte, technischer Support leicht zugänglich war und die Anwendung in bestehende klinische Routinen integriert werden konnte. Dabei traten erhöhte organisatorische Anforderungen insbesondere in der Anfangsphase auf, die sich mit wachsender Routine verringerten. Insgesamt deuten die Befunde darauf hin, dass SprechenISi-Speech geeignet ist, die Übungsfrequenz außerhalb der Präsenztherapie zu erhöhen und logopädische Interventionen effektiv zu ergänzen. Für eine nachhaltige Implementierung sind jedoch verständliches und motivierendes Feedback, technische Stabilität, klar definierte Prozesse sowie der gezielte Ausbau digitaler und organisatorischer Kompetenzen auf Seiten der Therapeuten von zentraler Bedeutung. Schlüsselwörter: Aphasie, Stroke Unit, Kommunikation, personenzentrierte Gesundheitsversorgung