Neuroleptika-induzierte vs. genuine Bewegungsstörungen
Neuroleptika-induzierte vs. genuine Bewegungsstörungen
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Original abstract
Zwei Jahre, nachdem Delay und Deniker (1952) anlasslich einer Konferenz in Luxembourg erstmals ihre Erfahrungen mit dem spater Chlorpromazin genannten RP 4560 bei der Behandlung deliranter und psychotischer Patienten referiert hatten, berichtete der Schweizer Neurologe Hans Steck uber ein reversibles, dosisabhangiges extrapyramidales Syndrom mit Parkinsonismus und Akathisie, das er unter der Behandlung mit Chlorpromazin und Reserpin an 111 von 299 (37%) meist chronisch schizophrenen Patienten beobachtet hatte (Steck 1954). In Anlehnung an eine vergleichbare Symptomatik im Verlauf der Encephalitis lethargica (sein Spezialgebiet) benannte Steck die beobachtete Symptomatik als »extrapyramidales-diencephaleso Syndrom. Aufgrund fruherer Beobachtungen an chronisch Schizophrenen, bei denen die Entwicklung eines Parkinson-Syndroms im Rahmen einer zusatzlichen Erkrankung an Encephalitis lethargica zu einer Besserung der schizophrenen Symptomatik gefuhrt hatte, entwickelte Steck die nach ihm benannte Hypothese, dass Chlorpromazin ahnlich einer Encephalitis den naturlichen Verlauf der psychotischen Krankheit von einem erregten Initialstadium zu einem akinetischen, durch Aktivitatsverlust charakterisierten Stadium bis hin zur Moglichkeit einer Spontanheilung beschleunigen wurde.