Prä- und postprandiale Ghrelinkonzentration bei Patienten mit Multisystematrophie und Progressiver Supranukleärer Blickparese
Prä- und postprandiale Ghrelinkonzentration bei Patienten mit Multisystematrophie und Progressiver Supranukleärer Blickparese
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Original abstract
Ghrelin ist ein vorwiegend im Magen synthetisiertes Peptidhormon, welches vielfältige Funktionen im Organismus erfüllt. Besonders interessant sind neuroprotektive Eigenschaften des Hormons, die für dopaminerge Neurone in der Substantia nigra pars compacta im MPTP-Mausmodell nachgewiesen werden konnten (Andrews et al., 2009). Diese Erkenntnis macht Ghrelin für die Parkinsonforschung interessant. In einer Studie von Unger et al. (2011) konnte eine gestörte postprandiale Ghrelinsekretion bei Parkinson Patienten gezeigt werden. Aufbauend darauf wurde in dieser Arbeit das postprandiale Ghrelin-Sekretionsverhalten bei den atypischen Parkinson-Syndromen PSP und MSA untersucht. Die MSA ist neuropathologisch, wie der Morbus Parkinson eine Alpha-Synukleinopathie, während die PSP neuropathologisch zu den Tauopathien gehört. Es wurden die Serumkonzentrationen der beiden Zustandsformen, AG und DAG, bei PSP- (n=13) und MSA-Patienten (n=15) getrennt analysiert und mit einer Kontrollgruppe (n=23) verglichen. Ebenfalls wurden die AUCG, die AUCI und die Quotienten des Ghrelinabfalls und -anstiegs (Ratio 60 min/Nüchternwert und Ratio 180 min/60 min) berechnet. Wegen der kleinen Gruppengrößen wurden auch die Verhältniswerte zum jeweiligen Nüchternwert analysiert. Die Untersuchung ergab eine signifikant niedrigere Gesamtmenge von AG (AUCG) bei Patienten mit PSP im Vergleich zu gesunden Kontrollen. Auch die Relativwerte (Verhältnis zum Nüchternwert) von PSP-Patienten waren zu verschiedenen Zeitpunkten signifikant niedriger als die der Kontrollen und teilweise auch niedriger als die der MSA-Patienten. MSA Patienten und Kontrollen unterschieden sich nicht signifikant. Die genauen Regulationsmechanismen der Ghrelinsekretion sind nicht vollständig verstanden. Eine neurohumorale Kontrolle erscheint jedoch nach bisherigem Kenntnisstand wahrscheinlich. Der Einfluss des Nervus vagus ist besonders für die kephale Phase der Nahrungsaufnahme nachgewiesen, aber nicht für die postprandiale Regulation. Bei der PSP gehören autonome Funktionsstörungen bisher nicht zu den etablierten Symptomen, allerdings mehren sich Studien, die autonome Funktionsstörungen bei PSP Patienten nachweisen konnten. Anders als bei der MSA ist der Vaguskern bei der PSP nicht von einer Neurodegeneration betroffen. Es bestehen jedoch pathologische Veränderungen in einigen autonomen Zentren des Hirnstamms, die zur Erklärung autonomer Funktionsstörungen bei PSP herangezogen werden und bei der offenbar komplexen Regulation der Ghrelinspiegel involviert sein könnten. The gastrointestinal peptide hormone ghrelin, besides its numerous functions in the human body, has been proven to be neuroprotective in a rodent toxin model of Parkinson’s disease. Therefore ghrelin is of great interest in Parkinson’s research, especially after Unger et al. (2011) could show a reduced postprandial ghrelin response in Parkinson’s disease patients which has been explained by dorsal vagal nucleus neurodegeneration. On the basis of these results the postprandial ghrelin secretion of desacyl- and acylghrelin in patients with atypical parkinsonism, MSA and PSP, was studied. Neuropathologically MSA is, like Parkinson’s disease considered as a synucleinopathy, whereas PSP in comparison is a tauopathy. 13 PSP- and 15 MSA-patients were compared to 23 healthy controls. Decrease and increase of AG and DAG (ratio 60 min/baseline; ratio 180 min/60 min) as well as AUCG and AUCI were calculated. Because of the small group sizes relative AG and DAG values to the basic ghrelin concentration were analysed as well. The overall acylghrelin concentration (AUCG) in PSP was lower compared to controls. Relative values in PSP patients (in regard to the basic ghrelin concentration) showed a significant difference to both of the other groups. MSA patients did not show any significant differences compared to control. Regulation of ghrelin secretion is not well understood yet. A neurohumoral impact is possible. The Vagal nerve is likely influencing ghrelin secretion during cephalic-phase of nutrition. Postprandial changes were considered to be regulated differently. There is growing evidence for autonomic dysfunction in PSP. Neurodegeneration of the dorsal vagal nucleus is not seen in PSP. Though, several autonomic regions of the brainstem are included in the neuropathologic spread of the disease. This may explain a disturbed ghrelin-secretion, as a result of autonomic dysfunction in PSP and point towards a much more complex regulation of ghrelin-concentration.