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Multifaktorielle Gangstörung und Stürze

Multifaktorielle Gangstörung und Stürze

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ZusammenfassungJeder zweite über 80-Jährige fällt mindestens einmal pro Jahr. Stürze sind im Alter die häufigste traumatische Todesursache. Wer überlebt, büßt Autonomie und Lebensqualität ein. Diese Übersicht beschäftigt sich mit multifaktoriellen Gangstörungen aus neurogeriatrischer Sicht, gibt Hinweise zu Anamnese, Diagnose, Therapie, Prävention. Ärzte sollten nach Gangunsicherheit explizit fragen, da Patienten diese oft bagatellisieren. Zur Untersuchung gehört eine neurologische ebenso wie auf körperliche Leistungsfähigkeit und Bewegungsapparat fokussierte Begutachtung. Die Therapie richtet sich in der Regel nach der Grunderkrankung, die zu Stürzen führt: Bei Morbus Parkinson ist dopaminerge Medikation indiziert, bei Demenz z. B. ein zentral wirksamer Cholinesterasehemmer, bei Myelopathie eine Dekompression. Präventiv wirksam sind rutschfeste Schuhe, Entfernen von Stolperfallen und Ausleuchten der Wegstrecke, aber auch die Reduktion schwindelfördernder Medikamente ebenso wie Physiotherapie zur Belastbarkeitssteigerung. In der Summe wirken individuelle Therapiepakete besser als Einzelmaßnahmen. Vorausdenken und Wachsamkeit können sturzgefährdeten Patienten das Leben retten.

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