Glycin als inhibitorischer Transmitter mit antispastischer Wirkung — Konzentration und Pharmakokinetik in Liquor und Serum
Glycin als inhibitorischer Transmitter mit antispastischer Wirkung — Konzentration und Pharmakokinetik in Liquor und Serum
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Original abstract
Die Aminosaure Glycin ist als postsynaptischer inhibitorischer Transmitter gut definiert [1,6]. Dieses Transmittersystem mit inhibitorischer Wirkung ist besonders an den Interneu- ronen des Ruckenmarkes vertreten, die die reziproke und rekurrente Wirkung uber α-Fasern vermitteln [4, 11]. Die Speicherung von Glycin erfolgt in der prasynaptischen Nervenen- digung uber einen aktiven spezifischen Transportmechanismus [2]. Nachgewiesen durch neurophysiologische Untersuchungen [1, 6] sowie auch an Hand von Untersuchungen nach systemischer Gabe [10] bestehen berechtigte Hinweise dafur, das ein erhohtes Angebot dieser Aminosaure die inhibitorische Wirkung des Transmittersystems verstarkt. In einzelnen klinischen Studien wurde eine deutliche Besserung spinaler Spastik unter oraler Glycin- medikation beschrieben [3, 5, 9]. Mit der Fragestellung, ob ein Zusammenhang zwischen Spastik und Glycinkonzentration besteht, wurde die Konzentration in Serum und Liquor cerebrospinalis von Referenzpersonen und Patienten mit M. Parkinson, Encephalomyelitis disseminata sowie bei Patienten mit beinbetonter Tetraspastik unterschiedlicher Genese gemessen. Nach einmaliger oraler Gabe wurde die Glycinkonzentration im zeitlichen Verlauf gemessen. Unter Steady-state-Bedingungen wurde die Auspragung der Spastik klinisch bei gleichzeitiger Kontrolle der Serumspiegel im Tagesverlauf uberpruft.