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Soziale Wahrnehmung und Attribution

Soziale Wahrnehmung und Attribution

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Original abstract

Andere Menschen sind so sehr Teil unseres alltaglichen Lebens, dass wir es als selbstverstandlich annehmen, sie zu verstehen. Wir sind so vertraut mit ihren charakteristischen Merkmalen und Aktivitaten, dass wir selten daruber nachdenken, wie wir es schaffen, die zwischen ihnen bestehenden Ahnlichkeiten und Unterschiede zu verstehen sowie uns einen Reim auf die verwirrenden oder komplizierten Dinge zu machen, die sie manchmal tun. In diesem Kapitel werden Forschungsarbeiten beschrieben, die zum Verstandnis dieser Prozesse durchgefuhrt wurden. Studien daruber, wie wir Informationen uber die soziale Welt aufnehmen, zeigen, dass unsere Eindrucke von anderen davon abhangen, welche Informationen uns zur Verfugung stehen und wann. Auch unsere Annahmen daruber, welche Personlichkeitsmerkmale zusammenpassen, spielen dabei eine grose Rolle. Die Forschung dazu, wie Menschen Ereignisse erklaren, zeigt, dass sie nicht alle moglichen Erklarungen des dabei auftretenden Verhaltens als gleich wahrscheinlich ansehen. Systematische Verzerrungen treten z. B. auf, wenn wir stabilen Personlichkeitseigenschaften und Fahigkeiten als Ursachen eine disproportionale Bedeutung beimessen. Solche Verzerrungen treten insbesondere in individualistischen westlichen Gesellschaften auf. Eindrucke und Erklarungen hangen auch von momentanen Motivationen und Zielen ab. Tatsachlich beschreiben und erklaren wir soziale Ereignisse unterschiedlich, je nachdem, wer unsere Gesprachspartner sind und in welchen Umstanden wir uns befinden. Insofern spielen offenbar bei der sozialen Wahrnehmung und bei Attributionen sowohl kommunikative Prozesse als auch private Interpretationen eine Rolle.

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