Blasenstörungen bei Parkinson-Syndromen
Blasenstörungen bei Parkinson-Syndromen
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Original abstract
ZusammenfassungDiese Übersicht behandelt Blasenstörungen bei Parkinson-Syndromen, ein für viele Patienten sehr beeinträchtigendes Problem. Früh im Krankheitsverlauf auftretende Blasenstörungen sind typisch für eine Multisystematrophie, einen Normaldruckhydrozephalus oder ein Parkinson-Syndrom bei subkortikaler vaskulärer Enzephalopathie. Beim idiopathischen Parkinson-Syndrom liegt die Prävalenz von Blasenstörungen bei ca. 60% und nimmt altersabhängig zu. Das am häufigsten beklagte Symptom ist der imperative Harndrang (hyperaktive Blase, engl. overactive bladder, OAB), verursacht durch eine Überaktivität des M. detrusor vesicae. Imperativer Harndrang und eine erhöhte Miktionsfrequenz führen insbesondere bei schlechter Beweglichkeit zur Dranginkontinenz. Zur Behandlung der Beschwerden werden häufig Anticholinergika eingesetzt, die wegen der unerwünschten anticholingergen Effekte wie kognitive Verschlechterung, Obstipation und Harnverhalt insbesondere bei Parkinson-Patienten problematisch sein können. Beta-3-adrenerge Agonisten stellen eine potenziell günstigere Behandlungsalternative als Anticholinergika dar. Die intravesikale Injektion von Botulinumtoxin ist für einzelne Patienten ein interessanter Ansatz, wenngleich diese Therapieoption beim M. Parkinson im Gegensatz zu anderen Ursachen neurogener Detrusorhyperaktivität (z. B. Multiple Sklerose) bisher wenig Verbreitung gefunden hat.