Neuroplastizität, Dopamin, Psychopathologie und klinische Praxis am Beispiel der Schizophrenie
Neuroplastizität, Dopamin, Psychopathologie und klinische Praxis am Beispiel der Schizophrenie
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Original abstract
Bis heute basiert die Diagnose der Schizophrenie auf der Beschribung psychopathologischer Veranderungen des Erlebens und Verhaltens [5, 27, 40]. Durch die Entdeckung der Neuroleptika wurde zugleich eine Verbindung dieses Krankheitsbildes zur Neurobiologie des Dopaminsystems hersgestellt [9, 11, 12]. Dieser Sachverhalt lies die Psychiatrie in Bezug auf ihre wichtigste Erkrankungen uber mehrere Jahrzehnte in einem hochst unzufriedenen Zustand. Einerseits ist die Schizophrenie durch ausgepragte Veranderungen des Erlebens von Bedeutungsgehalten, vor allem in Bezug auf andere Menschen und auf ganz grundlegende Erfahrungen von Welt charakterisiert [2]. Andererseits wird die Erkrankung mit Substanzen therapiert, deren zerebrale Wirkungsweise bis vor Jahrzehnten, auser fur Bewegungs- und hormonelle Ablaufe, kaum bekannt war, und mit Nebenwirkungen, jedoch nicht mit therapeutischen Effekten in Verbindung gebracht wurde. In dieser Arbeit werden einige wichtige Entdeckungen bezuglich der Funktion des prafrontalen Kortex sowie der mesokortikalen und mesolimbisehen Wirkungsweise von Dopamin beschrieben und diese Befunde in Bezug zur Psychopathologie der Schizophrenie gesetzt. Es wird sich zeigen, dass Funktionsmodelle neuronaler Systeme bereits heute in Bezug auf pharmakologische und nicht pharmakologische Behandlungsstrategien sowie auf das Langzeitmanagement dieser Erkrankung anwendbar sind.