Eisen im alternden Gehirn
Eisen im alternden Gehirn
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Original abstract
Eisen ist ein essentielles Spurenelement fur eine Vielzahl von Stoffwechselreaktionen des Korpers. Auch im Gehirn ist es von besonderer Bedeutung. Die Aufnahme uber die Blut-Hirn-Schranke und die Verteilung und Speicherung im Gehirn ist ein streng regulierter Prozess, damit neurotoxische Effekte des Eisens verhindert werden. Im alternden Gehirn geht vermehrte Eisenspeicherung in Kortex und Basalganglien mit Einschrankungen der kognitiven und motorischen Fahigkeiten einher. Man geht auserdem davon aus, dass Eisen zu neurodegenerativen Erkrankungen des Alters wie Morbus Parkinson und Morbus Alzheimer beitragt. Vermehrte Eisenablagerung findet sich beim Morbus Parkinson in der Substantia nigra, wo dopaminerge Neurone untergehen. Eisen fordert auserdem die α-Synuclein-Aggregation in Lewy-Korperchen und sorgt fur Bildung toxischer Hydroxylradikale. Beim Morbus Alzheimer ist Eisen an der Bildung von β-Amyloid-Plaques und Neurofibrillen-Bundeln beteiligt. Eine verminderte Ferroxidase-Aktivitat des Amyloid-Vorlauferproteins tragt zu erhohter zerebraler Eisenakkumulation bei. Die Liquor-Ferritinspiegel bei Tragern des Alzheimer-Risikoallels ApoE4 sind erhoht. Klinisch sind die Eisenspiegel in Basalganglien und Hippocampi negativ mit kognitiven Leistungen assoziiert. Gleichzeitig sind erhohte Liquor-Ferritinspiegel mit fruherem Krankheitsbeginn assoziiert. Schlieslich betont die pathologische zerebrale Eisenakkumulation bei allen Subformen der Neurodegeneration mit Eisenablagerung (neurodegeneration with brain iron accumulation, NBIA) die Bedeutung des Eisens fur neurodegenerative Erkrankungen.