Medikamentöse Therapie des Parkinson-Syndroms: Selbsteinschätzung der Parkinson-Patienten in einer Querschnittserhebung
Medikamentöse Therapie des Parkinson-Syndroms: Selbsteinschätzung der Parkinson-Patienten in einer Querschnittserhebung
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Original abstract
In Deutschland fehlen aktuelle Daten zur Behandlungssituation von Parkinson-Patienten. Entsprechend wurde deshalb eine Querschnittserhebung an 4 485 Patienten sowie den behandelnden niedergelassenen Neurologen durchgefuhrt. Die Patienten wurden zum Krankheitsverlauf, der Behandlungshistorie und aktuellen Behandlung sowie ihrer Therapiezufriedenheit befragt. Der Zeitraum zwischen Diagnosestellung und der erstmaligen Verordnung von Parkinson-Medikamenten war bei 68,9% der Patienten unter 3 Monate, bei 15,6% zwischen 3 und 6 Monaten, bei 7,1% bis zu einem Jahr, bei 3,3% bis 2 Jahre und mehr als 2 Jahre bei 3,1%. Von den Patienten schatzten sich 9,7% im Anfangsstadium der Erkrankung, 44,3% im mittleren Stadium und 41,3% im fortgeschrittenen Stadium ein. Den Behandlungserfolg ihrer Parkinson-Therapie beurteilten 4,9% als sehr gut, 22,6% als gut, 43,4% als zufriedenstellend, 17,6% als nicht zufriedenstellend, 5,4% als unbefriedigend und 2,1% als schlecht (4,1% keine Angabe). Den Behandlungserfolg ihrer Therapie machten 51,3% der Patienten an den motorischen Symptomen, 6,5% an nicht-motorischen Symptomen, 23,4% an der Wahrnehmungsfahigkeit, 57,0% an der Lebensqualitat und 21,5% an der Beeintrachtigung durch die Medikation fest. In Hinblick auf die aktuelle Therapie fuhlten sich 41,8% durch die Einnahmehaufigkeit gestort, 3,2% durch die Art der Anwendung, 12,3% durch die Mehrfachmedikation, 27,7% durch eine unzureichende Wirksamkeit und 41,29% durch Nebenwirkungen (Mehrfachnennungen moglich). Insgesamt bewerteten nur 27,5% der Patienten ihre aktuelle Parkinson-Therapie als sehr gut oder gut, die meisten jedoch diese nur als zufriedenstellend oder sogar als nicht zufriedenstellend. Diese Aussage stand im deutlichen Kontrast zur wesentlich positiveren globalen Einschatzung der behandelnden Arzte. Zusammenfassend berichten die Patienten Defizite in der medikamentosen Versorgung. Es besteht ein deutlicher Handlungsbedarf in Bezug auf die Informationsweitergabe an Patienten (u. a. Erklarung von Nebenwirkungen bzw. Differenzierung von Symptomen der Parkinson-Erkrankung) und fur eine Umstellung der Medikationsschemata auf andere Praparate oder Kombinationen.