Parametrisierung posturaler Subsysteme mit Posturografie
Parametrisierung posturaler Subsysteme mit Posturografie
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Original abstract
Die Messung und Objektivierung der Haltungsregulation ist sehr aufwandig und schwierig, da es sich beim posturalen System um ein komplexes, multimodal beeinflusstes und multilokulares System handelt. Bislang lassen sich Aussagen zu etwaigen Interventionseffekten in der Regel nur auf der Produktebene, jedoch nicht auf der Prozessebene treffen. Ziel dieser Untersuchung war es, ein neues posturografisches Messsystem, das Interaktive Balancesystem (IBS), auf seine interne Validitat hinsichtlich der Parametrisierung der posturalen Subsysteme mithilfe der Fourier-Analyse zu prufen. Anhand von drei Fall-Kontroll-Studien (F 1: Sehbehinderte, F 2–4: Cochlear-Implant-Patienten, F 7–8: Kleinhirn- und Parkinson-Patienten) und einer Gruppe mit artifiziell induzierter Storung der Somatosensorik (F 5–6: Kalteapplikation) wurde die frequenzanalytische (FFT) Reprasentation der einzelnen posturalen Subsysteme (F 1: visuell, F 2–4: peripher-vestibular, F 5–6: somatosensorisch; F 7–8: zentral, zerebellar-nigrostriatal) quasiexperimentell mit dem IBS uberpruft. Auf der Basis der Frequenzbereiche (0,03–3,0 Hz) der Fourier-Analyse scheint es moglich zu sein, valide und reliable Ruckschlusse bezuglich der posturalen Subsysteme zu ziehen. Veranderungen im Bereich des somatosensorischen Systems konnen ebenfalls an einem Frequenzbereich (F 5–6) festgemacht werden. Eine Storung im somatosensorischen System tangiert zwar die Frequenzbereiche F 1 und F 7–8 signifikant, was aufgrund der Komplexitat dieses Systems auch nicht uberrascht. Jedoch waren signifikante Veranderungen im Frequenzbereich F 5–6 nur bei expliziter somatosensorischer Einflussnahme zu beobachten. Die Zuordnung der Frequenzbereiche der Fourier-Analyse zu den posturalen Subsystemen stellt einen Schritt zur Quantifizierung und Parametrisierung sensomotorischer Interventionseffekte dar. Sie sollte jedoch keinesfalls als endgultig betrachtet werden. Unter Umstanden sind einzelne Frequenzbereiche auch als Indikatoren fur mehrere Systeme in Betracht zu ziehen, was in weiteren Untersuchungen abzuklaren ist.