Abnorme Augenbewegungen bei chronisch schizophrenen Patienten mit und ohne tardive Dyskinesie
Abnorme Augenbewegungen bei chronisch schizophrenen Patienten mit und ohne tardive Dyskinesie
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Original abstract
Storungen der Augenbewegungen bei schizophrenen Patienten wurden bereits zu Beginn des Jahrhunderts von Diefendorf u. Dodge [1] beschrieben. In jungerer Zeit war es besonders die Arbeitsgruppe um Holzman [4–6], die in zahlreichen Studien nachweisen konnte, das bei 70% schizophrener Patienten und etwa 45% ihrer nachsten Angehorigen eine Storung der glatten Augenfolgebewegungen vorliegt. Dieses Muster wurde nur bei ca. 6% normaler Kontrollen gefunden. Hieraus wurde geschlossen, das es sich bei der gestorten Blickfolge um einen genetischen Marker fur Schizophrenie handeln konnte. Zweifel an der Spezifitat dieser Veranderungen ergeben sich durch Zwillingsstudien [9], bei denen 80% der fur gestorte Blickfolge konkordanten monozygoten Zwillinge klinisch-psychopathologisch diskordante Muster aufwiesen. Da auch bei Parkinson-Kranken eine vergleichbare Sakkadierung der Blickfolge und Sakkadenhypometrie in Korrelation mit der Schwere der Parkinson-Symptome beschrieben wurde [22], ware in erster Linie an einen Einflus neuroleptischer Medikation und des dadurch bedingten symptomatischen Parkinsonoids auf die Okulomotorik zu denken. Andere Studien fanden jedoch weder einen verschlechternden noch bessernden Einflus von Neuroleptika auf das Muster gestorter Augenbewegungen bei Schizophrenen [9]. Inwieweit nun eine gestorte Blickfolge und vermehrte Sakkadenhypometrie bei allen Schizophrenen in ahnlicher Auspragung auftritt oder doch durch Neuroleptika Wirkungen bzw. Nebenwirkungen zumindest moduliert werden, sollte in der vorliegenden Studie anhand des Vergleichs der Augenbewegungsmuster bei schizophrenen Patienten mit und ohne tardive Dyskinesien (TD) geklart werden.