Beeinträchtigung des Impliziten Lernens in atypischen Parkinson Syndromen (MSA, PSP): Abgrenzung vom IPD mittels klassischer Blinkreflexkonditionierung und SRTT
Beeinträchtigung des Impliziten Lernens in atypischen Parkinson Syndromen (MSA, PSP): Abgrenzung vom IPD mittels klassischer Blinkreflexkonditionierung und SRTT
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Original abstract
Fragestellung: Mittels klassischer Blinkreflexkonditionierung kann die Fahigkeit zu Implizitem Lernen untersucht werden. Der serielle „reaction time task“ (SRTT) kann daruber hinaus auch Explizites Lernen erfassen. Bisher konnten wir zeigen, dass Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom (IPD) keine Auffalligkeiten im Impliziten Lernen zeigen (1,2), wahrend solche mit progressiver supranuklearer Blickparese (PSP) schwere Defizite aufweisen (3). Das Explizite Lernen war in beiden Gruppen nur leicht beeintrachtigt. Fragestellung der jetzigen Studie war, ob eine Beeintrachtigung des Impliziten Lernens auch bei dem atypischen Parkinson Syndrom der Multisystematrophie (MSA) vorliegt. Methoden: 9 MSA Patienten (3 MSA-C, 6 MSA-P) wurden mit klassischer Blinkreflexkonditionierung in 2 Paradigmen (Interstimulusintervall 0 und 600ms) und SRTT untersucht. Die Ergebnisse wurden verglichen mit gleichaltrigen Kontroll-Probanden sowie den IPD und PSP Patienten der bereits veroffentlichten Studien (1,3). Ergebnisse: In beiden Paradigmen der Blinkreflexkonditionierung zeigten MSA Patienten eine deutliche Beeintrachtigung des Impliziten Lernens (52% konditionierte Antworten). Das geringe Ausmas des Lerneffekts war ahnlich den fruher untersuchten PSP Patienten. Im SRTT waren die Parameter des Impliziten Lernens (Fehlerrate, Reaktionszeit) bei MSA Patienten ebenfalls deutlich schlechter als bei den Kontrollen oder IPD Patienten. Das Sequenzerinnerungsvermogen im SRTT als Parameter des Expliziten Lernens war in allen 4 Gruppen kaum beeintrachtigt. Schlussfolgerungen: Bei MSA Patienten findet sich wie bei der PSP ein dissoziiertes Muster mit stark gestortem Impliziten Lernen und kaum beeintrachtigtem Expliziten Lernen. Die klassische Blinkreflexkonditionierung kann daher moglicherweise zur Abgrenzung atypischer Parkinson-Syndrome vom IPD beitragen. Als anatomisches Korrelat fur die Storung des Impliziten Lernens vermuten wir eine Lasion tiefer zerebellarer Strukturen. Literatur: (1) Sommer M et al. J Neurol Neurosurg Psychiatry 1999;67(1):27–34. (2) Daum I et al. Mov Disord 1996; 11:639–646. (3) Sommer M et al. Mov Disord 2001;16(2):240–251.